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kfd- Erklärung zu Leitlinien `99

Werden umstrittene Forderungen aufgegeben ?

Die Präsidentin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) Magdalena Bogner und die Generalsekretärin Annette Rieks haben in ihrer Mitgliederzeitschrift "frau und mutter" vom Februar 2000 folgendes erklärt: "Im Mai 1999 hatten ca. 350 Delegierte aus allen Diözesanverbänden in den Leitlinien `99 in 17 Kapiteln Themen aufgegriffen, mit denen die Arbeit unseres Verbandes aktualisiert wird. (...) Zwei Forderungen aus Leitlinien `99 stießen bei vielen Mitgliedern der kfd, aber auch bei Bischöfen auf Kritik. (...): 'Alle Lebensformen von Frauen müssen als gleichwertig anerkannt werden (...)', 'Frauen soll der Zugang zu allen kirchlichen Ämtern offenstehen'. (...) Deshalb soll nun die außerordentliche Delegiertenversammlung im Mai 2000 die Voraussetzungen für eine breite Meinungsfindung schaffen, indem sie einen Beschluss herbeiführt, durch den die beiden umstrittenen Forderungen aus dem Text der Leitlinien '99 herausgenommen werden.

Diese Herausnahme soll signalisieren: Weil wir das Leben von Frauen realistisch in den Blick nehmen wollen, weil wir die Zukunft der Kirche von der gerechten Beteiligung von Frauen an ihren Diensten und Ämtern abhängig sehen, ist eine intensive und offene Auseinandersetzung mit diesen beiden Themenbereichen in der kfd nötig."

Wie ist diese Erklärung einzuschätzen ?

Wahrscheinlich geht man davon aus, dass Frauen in der kfd leicht hinters Licht geführt werden können. Denn zum einen möchte man offensichtlich auf der im Mai 2000 geplanten Delegiertenversammlung die beiden umstrittenen Forderungen aus den Leitlinien `99 herausnehmen, um die Gemüter zu beruhigen. Andererseits werden die Mitglieder aufgerufen, sich mit diesen Forderungen weiterhin intensiv und offen auseinanderzusetzen. Warum sollen die Forderungen denn aus den Leitlinien `99 entfernt werden ? Die Antwort kann nur lauten: um äußerlich zu verbergen, welche Absichten man wirklich verfolgt. Hier zeigt sich wieder einmal sehr deutlich die Zwiespältigkeit im Gefüge dieses Frauenverbandes. Es bleibt nur zu hoffen, dass immer mehr Frauen aufwachen und erkennen, dass man so nicht mit mündigen Christen umgehen kann.