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„Donum vitae“

Tatsachen:

Papst Johannes Paul II. hat die deutschen Bischöfe im September 1999 unmissverständlich aufgefordert, endgültig aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen und dass "die kirchlichen oder der Kirche zugeordneten Beratungsstellen keine Bescheinigung mehr ausstellen, die zur Durchführung straffreier Abtreibungen verwendet werden kann." Das Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) reagierte darauf mit der Gründung des Vereins "DONUM VITAE". Absicht dieses Vereins ist es, sich weiterhin an der gesetzlichen Pflichtberatung mit Scheinvergabe zu beteiligen.

Dazu bittet man die Katholiken und alle Menschen in Deutschland unter Angabe einer Bankverbindung nachdrücklich um Unterstützung.

Was ist davon zu halten ?

Die Absicht des Vereins "DONUM VITAE", im gesetzlich geregelten Konzept der Pflichtberatung zu verbleiben, steht im absoluten Widerspruch zur Absicht des Papstes. Die Initiatoren von "DONUM VITAE" und alle, die den Verein unterstützen, setzen damit ein Zeichen des Protestes und des Ungehorsams gegen eine Weisung des Papstes und die damit zusammenhängende Sittenlehre, die er in Ausübung seines ordentlichen Lehramtes verkündigt (vgl. CIC, Can. 752). Bedauerlich ist, dass der öffentliche Ungehorsam gegen den Papst dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit der deutschen Kirche schadet.  Andererseits wird dadurch die verborgene Spaltung der Kirche immer offensichtlicher und es zeigt sich, welches Geistes Kind manche innerkirchliche Organisationen sind.

Argumentationshilfen:

  •       Es gibt keinen vernünftigen Grund, weshalb Laien in der Kirche - sowohl einzeln wie auch in Organisationen etwas tun dürfen, was der Papst den Bischöfen, in deren Bistümern sie ja  wirken, eindeutig untersagt hat.
  •       "Der göttliche Beistand wird den Nachfolgern der Apostel, die in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Petrus lehren, und insbesondere dem Bischof von Rom, dem Hirten der ganzen Kirche, auch dann geschenkt, wenn sie zwar keine unfehlbare Definition vornehmen und sich nicht endgültig äußern, aber bei der Ausübung des ordentlichen Lehramtes eine Lehre vorlegen, die zu einem besseren Verständnis der Offenbarung in Fragen des Glaubens und der Sitten führt. Diesen authentischen Lehren müssen die Gläubigen „religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes leisten“ (LG 25), der sich zwar von der Glaubenszustimmung unterscheidet, sie aber unterstützt." (KKK 892)
  •       In den Pressemitteilungen des ZdK wird immer wieder darauf verwiesen, dass man angeblich die Mehrheit der Katholiken in Deutschland hinter sich wisse. Doch wenn etwas für das kirchliche Leben in den deutschen Bistümern von besonderer Wichtigkeit ist, entscheidet letztendlich und verbindlich der Papst, weil die Kirche nicht demokratisch, sondern hierarchisch verfasst ist.
  •       Nach Canon 215 des geltenden Kirchenrechtes ist es katholischen Gläubigen unbenommen, Vereinigungen bürgerlichen Rechtes frei zu gründen, zu leiten und Versammlungen abzuhalten. Doch müssen sie der "Caritas oder der Frömmigkeit oder der Förderung der christlichen Berufung" dienen und solches kann ja nicht darin bestehen, in einen Konfrontationskurs zu päpstlichen Weisungen und der damit zusammenhängenden Sittenlehre zu gehen.
  •       Wenn ein öffentlich-rechtlicher Verein wie "DONUM VITAE" Ziele vertritt, die im Gegensatz zur          kirchlichen Ordnung stehen, darf er keinerlei Kirchensteuermittel erhalten. 
  •       Den Namen "DONUM VITAE" hat man bewusst gewählt, weil die Glaubenskongregation 1987 unter gleichem Titel "DONUM VITAE" eine "Instruktion über die Achtung vor dem beginnenden Leben und die Würde der Fortpflanzung" herausgegeben hat. Hier wird zeichenhaft deutlich, dass sich gewisse Laienfunktionäre mit dem Lehramt der Kirche messen und eigene Wege einschlagen.
  •       Die Bezeichnung "DONUM VITAE" (= "Geschenk des Lebens") steht im Gegensatz zum Ziel des Vereins. Denn die Gründungsabsicht ist Beratung mit Scheinvergabe. Deshalb spricht Erzbischof Dyba von dem neugegründeten Verein als einem "DONUM MORTIS" (= "Geschenk des Todes").