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Die kirchliche Engellehre

Das Wort "Engel"

Das Wort "Engel" kommt vom griechischen "angelos" bzw. dem lateinischen "angelus" und bedeutet "Gesandter, Bote".

Die Existenz der Engel

Dass es Engel gibt, ist eine vom IV. Laterankonzil, vom I. und II. Vatikanum, eine in der Heiligen Schrift des Alten und des Neuen Testamentes sowie in der Liturgie der Kirche klar bezeugte Glaubenswahrheit.

Das Wesen der Engel

Engel sind mit Verstand und freiem Willen ausgestattete Geistwesen, die Gott zu seinem Dienst und zur Hilfe für uns Menschen im Anfang der Zeit aus nichts erschaffen hat.

Die Zahl der Engel

Die Heilige Schrift betont, daß die Zahl der Engel sehr groß ist. In der Offenbarung des Johannes heißt es: "Ich sah, und ich hörte die Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die Lebewesen und die Ältesten; die Zahl der Engel war zehntausendmal zehntausend und tausend mal tausend." (Offb 5,11)

Die neun Chöre der Engel

Die in der Heiligen Schrift angedeuteten neun Chöre der Engel sieht Dionysius Areopagita in  folgender Rangordnung: Seraphim, Kerubim, Throne, Herrschaften, Kräfte, Mächte, Fürsten, Erzengel und Engel.

Das Erkennen der Engel

Die Engel besitzen alle Kräfte und Fähigkeiten des Verstandes zweifellos in vorzüglicherer Weise als wir Menschen. Die guten Engel haben auch eine übernatürliche Erkenntnis (vgl. Mt 18,10). Gott teilt ihnen vieles mit, das sie rein natürlich nicht wissen können. Er gewährt ihnen einen tiefen Einblick in seine Gedanken und Pläne, wobei sie nicht allwissend sind (vgl. Mt 24,36). Außerdem können die Engel ihre Gedanken untereinander und mit uns Menschen auszutauschen (vgl. Lk 1, 26-38; Mt 2,13).

Die Prüfung der Engel

Gott hat alle Engel zur beseligenden Anschauung seiner Herrlichkeit berufen und sie dazu mit den nötigen Gnaden ausgestattet. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten sie vorher mit ihrem freien Willen geprüft werden. Der große spanische Theologe Franz Suarez (gest. 1617) geht von folgender Prüfung aus: es wurde den Engeln der menschgewordene Sohn Gottes Jesus Christus gezeigt mit der Forderung, ihn als Haupt und als den Urheber ihres Heiles anzuerkennen und anzubeten.

Die Scheidung der Engel

Ein Teil der Engel unterwarf sich Gott in einem vollkommenen Akt der Gottesliebe und des demütigen Gehorsams und gelangte dafür zur beseligenden Anschauung seiner Herrlichkeit. Der andere Teil der Engel mit Luzifer an der Spitze wurde stolz und lehnte sich gegen Gott auf. "Im Himmel entbrannte ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. Es wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen" (Offb 12, 7-9). Der eigentliche Aufenthaltsort der gefallenen Engel ist schon jetzt die Hölle (vgl. Offb 20,9); mit Zulassung Gottes aber können sie sich bis zum jüngsten Tag auch noch außerhalb der Hölle aufhalten (vgl. 1 Petr 5,8). Sie versuchen, auf der Erde die Menschen von Gott abzubringen, sie auf raffinierte Weise zu verführen und ihnen an Leib und Seele zu schaden, um sie letztlich in die Hölle zu bringen.

Das Verhältnis der guten Engel zu Gott

Aus der Berufungsvision des Propheten Jesaja (Jes 6, 3-4) sind die guten Engel ganz überwältigt von der Erhabenheit Gottes. Anbetend und lobpreisend umgeben sie ihn, allzeit zu seinen Diensten bereit, um für die verschiedenen Aufträge ausgesandt zu werden. In einem speziellen Verhältnis stehen die Engel zu Jesus Christus. Sie dienen ihm als ihrem König von der Menschwerdung und Geburt angefangen bis zu seinem Leiden, Sterben, Auferstehen und Wiederkommen. Auch beim heiligen Meßopfer dienen ihm die Engel und umgeben dabei den Altar. Seinen heiligen Leib, der im Tabernakel aufbewahrt wird, beten sie Tag und Nacht an.

Das Verhältnis der Engel zu uns Menschen

Die Engel sind uns Menschen mit ihrem Verstand und ihrer Willensstärke weit überlegen, dennoch sind sie immer bereit, uns Menschen zu helfen, uns zu erleuchten, uns beizustehen und zu dienen: 1. Sie wenden manche Gefahren und Übel des Leibes und der Seele von uns ab. (vgl. Tob 5, 1-17) 2. Sie wehren die bösen Geister ab, damit sie nicht schaden können, wie sie wollen. (vgl.. Tob 8,3) 3. Sie flößen gute Gedanken und Anregungen ein. (vgl. Apg 8,26 und 10,3) 4. Sie bringen unsere Gebete Gott dar und beten für uns. (vgl. Offb 8,3) Es ist nicht bloß erlaubt, sondern auch nützlich, die heiligen Engel und vor allem die heiligen Schutzengel zu verehren und anzurufen. Denn durch ihre Fürbitte bei Gott vermögen sie viel.

Gebet zum hl. Erzengel Michael

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe. Gegen die Bosheit und Nachstellungen des Teufels sei du die Schutzwehr. Ihm befehle Gott, so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, schleudere den Satan und alle anderen bösen Geister, die zum Verderben der Seelen in der Welt umherschleichen, mit göttlicher Kraft hinab in den Abgrund. Amen.