Springe zum Inhalt

Der Primat des Petrus und seiner Nachfolger

Wie hat Jesus Christus den Apostel Petrus zu seinem Stellvertreter auf Erden gemacht ?

  Jesus Christus hat den Apostel Petrus unmittelbar und persönlich zu seinem Stellvertreter auf Erden gemacht und ihn zum obersten Hirten und Lehrer der Kirche eingesetzt, und mit ihm dessen Nachfolger: die Päpste. Jesus Christus hat dies getan, noch bevor es neutestamentliche Schriften gab. Entsprechend ist nicht das Zeugnis der Evangelien maßgeblich für die Entstehung des Petrusamtes, sondern das konkrete geschichtliche Handeln Jesu Christi, das zeitlich vor der schriftlichen Abfassung der Evangelien war. Allerdings stimmt das geschichtliche Handeln mit dem Zeugnis des Neuen Testamentes völlig überein.

Was versteht man unter dem Jurisdiktionsprimat des Apostels Petrus ?

Unter dem Jurisdiktionsprimat des Apostels Petrus versteht man den rechtsgültigen Vorrang des Petrus vor den übrigen Aposteln und der ganzen Kirche, und zwar kraft göttlicher Festlegung. Christus hat den Apostel Petrus zum ersten aller Apostel und zum sichtbaren Haupt der ganzen Kirche bestellt, indem er ihm unmittelbar und persönlich den Jurisdiktionsprimat verlieh, d.h. ihn zum obersten Hirten und Lehrer der Kirche machte.

Haben auch die Nachfolger des Petrus den Jurisdiktionsprimat ?

Ja, nach der Anordnung Christi soll Petrus im Primat über die gesamte Kirche für alle Zeiten Nachfolger haben. Der Nachfolger ist von der Natur der Sache her für einen bestimmten Zeitraum einer und ist Bischof von Rom und der ganzen Weltkirche. Er wird auch Papst genannt.

Worin besitzt der Papst die volle und oberste Jurisdiktionsgewalt über die gesamte Kirche ?

Der Papst besitzt die volle und oberste Jurisdiktionsgewalt über die gesamte Kirche nicht bloß in Sachen des Glaubens und der Sitten, sondern auch in der Kirchenzucht und der Regierung der Kirche.

Was bedeutet päpstliche Unfehlbarkeit ?

Päpstliche Unfehlbarkeit bedeutet nicht, dass der Papst in seinem persönlichen Leben keine Fehler machen könnte, sondern, dass er, wenn er eine von Gott geoffenbarte Glaubens- oder Sittenwahrheit endgültig zu glauben vorlegt, kraft göttlichen Beistandes nicht irren kann. Eine solche unfehlbare Lehre verkündet der Papst auf feierliche Weise "ex cathedra" (wörtlich "von seinem Lehrstuhl" als oberster Lehrer der Kirche) und man nennt diese unumstößliche Glaubenswahrheit "Dogma".

Ist auch die Gesamtheit der Bischöfe unfehlbar ?

Auch die Gesamtheit der Bischöfe ist in oben beschriebener Weise unfehlbar, wenn sie entweder auf einem allgemeinen Konzil oder über den Erdkreis zerstreut, zusammen mit dem Papst - niemals aber ohne oder gegen ihn - eine Glaubens- oder Sittenlehre als Dogma verkündet.

Ist auch die Unfehlbarkeit es Papstes ein Dogma ?

Ja, die Unfehlbarkeit des Papstes ist ein Dogma, das heißt eine unumstößliche Glaubenswahrheit, die alle Gläubigen in der Kirche im Glaubensgehorsam anzunehmen haben.

Wie heißt das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes im Wortlaut ?

Das Erste Vatikanische Konzil (1869/70) hat das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes in folgendem Wortlaut feierlich verkündet: "Wenn der Römische Bischof 'ex cathedra' spricht, das heißt, wenn er in Ausübung seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen kraft seiner höchsten Apostolischen Autorität entscheidet, dass eine Glaubens- oder Sittenlehre von der gesamten Kirche festzuhalten ist, dann besitzt er mittels des ihm im seligen Petrus verheißenen göttlichen Beistands jene Unfehlbarkeit, mit der der göttliche Erlöser seine Kirche bei der Definition der Glaubens- und Sittenlehre ausgestattet sehen wollte; daher sind solche Definitionen des Römischen Bischofs aus sich, nicht aber aufgrund der Zustimmung der Kirche unabänderlich. Wer sich aber - was Gott verhüte - unterstehen sollte, dieser Unserer Definition zu widersprechen: der sei mit dem Anathema (Kirchenbann) belegt."