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Das Gebet

„Es ist ein wahrhaft schaudererregendes Mysterium, das man niemals genug betrachten kann, dass nämlich das Heil vieler abhängig ist von den Gebeten und freiwilligen Bußübungen der Glieder des geheimnisvollen Leibes Jesu Christi, die sie zu diesem Zweck auf sich nehmen.“   (Papst Pius XII., Enzyklika Mystici Corporis)

Welche Macht ist dem Gebet verheißen?

Wenn man mit einem Ave Maria schönes Wetter machen, mit einem Rosenkranz eine Hypothek abstoßen, mit einer Wallfahrt unfehlbar sich eine Krankheit vom Leibe halten könnte, o, sie würden in Haufen zur Muttergottes laufen, und wir wären vor lauter „Religion“ religionslos geworden. Der Glaube ist kein Geschäftsträger irdischer Vorteile. (Kardinal Michael Faulhaber)

Warum beten?

Man kann fragen, warum es das Gebet brauche, wenn doch Gott schon weiß, was wir bedürfen. Es kann nur darum sein, weil sich durch die Sammlung des Betenden sein Gemüt reinigt und läutert, weil es fähiger wird zur Aufnahme der göttlichen Gaben, die uns ja nur geistig eingegossen werden. Denn nicht erst auf das Werben des Gebetes hin erhört uns Gott, der doch immer bereit ist, uns sein Licht zu geben, nicht ein sichtbares, sondern ein gedankliches und geistiges; aber wir Menschen sind nicht immer fähig, es aufzunehmen, wenn wir, auf fremdes Vielerlei hingeordnet, in der Finsternis zeitlichen Begehrens uns verfangen haben. (Heiliger Augustinus)

Wie beten?

Es gibt ein verlogenes Gebet, das Gott nicht erhören kann: Das Gebet des Faulen, der um den Erfolg bei einer Prüfung bittet; das Gebet des Faulenzers, der von Gott das tägliche Brot verlangt; das Gebet des Immermüden, der um Befreiung von der Standespflicht fleht; das Gebet des Drückebergers, der seine Arbeit fertig finden will. Sinn des Gebetes ist es, Licht und Kraft zu suchen; Licht, um Gottes Willen über uns zu verstehen, und Kraft, um ihn zu erfüllen. (Kardinal Jules Saliège)

Wann beten?

Die Sehnsucht betet stets, auch wenn die Zunge schweigt. Hast du immer Sehnsucht, so betest du immer. Viele rufen mit ihrer Stimme, sind aber stumm in ihren Herzen. Aber auch: wie viele schweigen mit ihren Lippen, rufen dagegen in heiliger Andacht. Und Gott hört sie. Viel Liebe, nicht viel Worte, wenn du betest. Nie werdet ihr gut beten, wenn ihr nicht von dem, was ihr betet, erfasst seid bis ins Herz! (Hl. Augustinus)

Was gewährt Gott dem Beter?

  Wir wissen aus dem Glauben, wie viel die Macht des schlichten, vertrauensvollen Gebetes vermag. Keinem anderen frommen Werke wurden jemals von dem Allmächtigen so große, so allgemeine, so feierliche Versprechungen gegeben wie dem Gebete: Bittet, und es wird euch gegeben werden, suchet, und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgetan werden. Wahrlich, wahrlich sage ich euch, was ihr in meinem Namen vom Vater begehren werdet, das wird er euch geben. (Papst Pius XI. In: Caritate Christi compulsi, 3.5.1932)

Worum beten?

Im Namen Jesu beten wir nur dann, wenn wir etwas erbitten, was Gottes würdig und unserem ewigen Heile dienlich ist. Ein Gebet, das nicht die Ehre und das Wohlgefallen Gottes und das Heil der Seelen im Auge hat, ist kein Gebet im Namen unseres Erlösers. (Hl. Vinzenz Palotti)