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Was ist das Gewissen ?

„Im Innersten seines Gewissens entdeckt der Mensch ein Gesetz, das er sich nicht selbst gibt, sondern dem er gehorchen muss und dessen Stimme ihn immer anruft, das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu meiden und so, wo nötig, in den Ohren des Herzens tönt ... Denn der Mensch hat ein Gesetz, das von Gott seinem Herzen eingeschrieben ist, dem zu gehorchen eben seine Würde ist... Und das Gewissen ist der verborgenste Kern und das Heiligtum des Menschen, in dem er allein ist mit Gott, dessen Stimme in seinem Innersten widerhallt“ (GS 16). (KKK 1776)

Was versteht man unter dem Gewissensurteil ?

Im Innersten der Person wirkt das Gewissen. Es gebietet zum gegebenen Zeitpunkt, das Gute zu tun und das Böse zu unterlassen. Es urteilt auch über die konkreten Entscheidungen, indem es den guten zustimmt, die schlechten missbilligt. Es bezeugt die Wahrheit im Hinblick auf das höchste Gut, auf Gott, von dem der Mensch angezogen wird und dessen Gebote er empfängt. Wenn er auf das Gewissen hört, kann der kluge Mensch die Stimme Gottes vernehmen, die darin spricht. (KKK 1777)

Wie wird das Gewissen gebildet ?

Das Gewissen muss geformt und das sittliche Urteil erhellt werden. Ein gut gebildetes Gewissen urteilt richtig und wahrhaftig. Es folgt bei seinen Urteilen der Vernunft und richtet sich nach dem wahren Gut, das durch die Weisheit des Schöpfers gewollt ist. Für uns Menschen, die schlechten Einflüssen unterworfen und stets versucht sind, dem eigenen Urteil den Vorzug zu geben und die Lehren der kirchlichen Autorität zurückzuweisen, ist die Gewissenserziehung unerlässlich. Die Erziehung des Gewissens ist eine lebenslange Aufgabe. Bei der Gewissensbildung ist das Wort Gottes Licht auf unserem Weg. Wir müssen es uns im Glauben und Gebet zu eigen machen und in die Tat umsetzen. Auch sollen wir unser Gewissen im Blick auf das Kreuz des Herrn prüfen. Wir werden dabei durch die Gaben des Heiligen Geistes und das Zeugnis und die Ratschläge anderer unterstützt und durch die Lehre der kirchlichen Autorität geleitet [Vgl. DH 14]. (KKK 1783-1785)

Was heißt Gewissensentscheidung ?

Vor eine sittliche Entscheidung gestellt, kann das Gewissen in Übereinstimmung mit der Vernunft und dem göttlichen Gesetz richtig urteilen oder, falls es sich an beides nicht hält, irren. Der Mensch steht zuweilen vor Situationen, die das Gewissensurteil unsicher und die Entscheidung schwierig machen. Er soll jedoch stets nach dem Richtigen und Guten suchen und den Willen Gottes, der im göttlichen Gesetz zum Ausdruck kommt, erkennen. Zu diesem Zweck bemüht sich der Mensch, seine Erfahrungen und die Zeichen der Zeit mit Hilfe der Tugend der Klugheit, der Ratschläge sachkundiger Menschen und mit Hilfe des Heiligen Geistes und seiner Gaben richtig zu deuten. In allen Fällen gelten die folgenden Regeln: Es ist nie erlaubt, Böses zu tun, damit daraus etwas Gutes hervorgehe. Die „Goldene Regel“: „Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen“ (Mt 7,12) Die christliche Liebe achtet immer den Nächsten und sein Gewissen. (KKK 1786-1789)

Was versteht man unter "irrendem Gewissen" ?

Dem sicheren Urteil seines Gewissens muss der Mensch stets Folge leisten. Würde er bewusst dagegen handeln, so verurteilte er sich selbst. Es kann jedoch vorkommen, dass das Gewissen über Handlungen, die jemand plant oder bereits ausgeführt hat, aus Unwissenheit Fehlurteile fällt. An dieser Unkenntnis ist der betreffende Mensch oft selbst schuld, z. B. dann, wenn er „sich zuwenig darum müht, nach dem Wahren und Guten zu suchen, und das Gewissen aufgrund der Gewöhnung an die Sünde allmählich fast blind wird“ (GS 16). In diesem Fall ist er für das Böse, das er tut, verantwortlich. Unkenntnis über Christus und sein Evangelium, schlechte Beispiele anderer Leute, Verstrickung in Leidenschaften, Anspruch auf eine falsch verstandene Gewissensautonomie, Zurückweisung der Autorität der Kirche und ihrer Lehre, Mangel an Umkehrwillen und christlicher Liebe können der Grund für Fehlurteile im sittlichen Verhalten sein. Wenn hingegen die Unkenntnis unüberwindlich oder der Betreffende für das Fehlurteil nicht verantwortlich ist, kann ihm seine böse Tat nicht zur Last gelegt werden. Trotzdem bleibt sie etwas Böses, ein Mangel, eine Unordnung. Aus diesem Grund müssen wir uns bemühen, Irrtümer des Gewissens zu beheben. (KKK 1790-1793)

Wie heißt der zwölfte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"Ich glaube an das ewige Leben."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Freudig bekennen wir im letzten Glaubenssatz: Es gibt ein ewiges Leben. Mit dem Tod ist nicht alles aus. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Wir werden nicht bloß auferstehen, sondern wir werden ewig leben. Großer Trost, unermessliche Hoffnung und siegreiche Kraft liegen in diesem Glauben.

Wohin kommt die Seele nach dem Tod ?

Nach dem Tod kommt die Seele sogleich vor Gottes Gericht. "Es ist dem Menschen bestimmt, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt." (Hebr 9,27)

Wie heißt dieses Gericht ?

Dieses Gericht heißt das besondere Gericht, weil jeder Mensch besonders gerichtet wird. Das besondere Gericht ist zu unterscheiden vom allgemeinen oder Weltgericht am Jüngsten Tag. Dann werden alle Menschen miteinander gerichtet (vgl. 7. Glaubenssatz).

Über was werden wir gerichtet ?

Wir müssen Rechenschaft ablegen über alles was wir im Leben gedacht, gesagt und getan bzw. was wir in Gedanken, Worten und Werken unterlassen haben.

Wohin kommt die Seele nach dem besonderen Gericht ?

Nach dem besonderen Gericht entscheidet Gott, ob die Seele in den Himmel, in das Fegefeuer oder in die Hölle kommt. Im besonderen Gericht wird das ewige Schicksal der Seele offenbar. Gott "wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen." (Röm 2,6)

Welche Seelen kommen in das Fegefeuer ?

In das Fegefeuer kommen die Seelen jener, die in der Gnade Gottes sterben, aber noch nicht frei sind von allen lässlichen Sünden und zeitlichen Sündenstrafen. "Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Greuel verübt und lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen." (Offb 21,27) "Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast." (Mt 5,26)

Was leiden die Seelen im Fegefeuer ?

Die Seelen im Fegefeuer sehnen sich nach der Herrlichkeit Gottes und leiden große Schmerzen. Dass sie Gott nicht schauen dürfen, das ist die eigentliche Strafe der Seelen im Fegefeuer. Der heilige Augustinus sagt, dass die Leiden des Fegefeuers schwerer sind als alle Leiden in diesem Leben. Die Strafe ist gerecht, und ihre Größe richtet sich nach der Zahl und Schwere der Sünden, die noch nicht abgebüßt sind.

Woher wissen wir, dass es ein Fegefeuer gibt ?

Dass es eine Fegefeuer gibt, wissen wir aus dem beständigen Glauben der Kirche und der Heiligen Schrift. "Hätte er nicht erwartet, dass die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden." (2 Makk 12,44-45)

Wer kommt in die Hölle ?

In die Hölle kommen alle, die in einer Todsünde sterben. Die Verdammten in der Hölle sind für immer von der Herrlichkeit Gottes ausgeschlossen und leiden entsetzliche Qualen im ewigen Feuer (vgl. Mt 25,41; Lk 16,26).

Wer kommt in den Himmel ?

In den Himmel kommen alle, die in der heiligmachenden Gnade sterben und frei sind von allen Sünden und Sündenstrafen. Die Seligen im Himmel schauen Gottes Herrlichkeit, sind frei von allen Übeln und genießen ewige Freude (vgl. 1 Kor 2,9; 1 Kor 13,12; Offb 21,4).

Wie heißt der elfte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"Ich glaube an die Auferstehung der Toten."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Im elften Glaubenssatz bekennen wir unseren Glauben an die Auferstehung des Leibes nach dem Tod.

Warum müssen wir sterben ?

Wir müssen sterben wegen der Sünde, denn durch die Sünde ist der Tod in die Welt gekommen (vgl. Röm 5,12). "Gott hat den Tod nicht gemacht und hat keine Freude am Untergang der Lebenden" (Weish 1,13). Nach dem Plane Gottes sollten die Stammeltern nicht sterben. Sie haben aber gesündigt und so ist der Tod der Lohn der Sünde geworden.

Was geschieht beim Tod des Menschen ?

Beim Tod des Menschen trennt sich die Seele vom Leib. "Der Staub fällt auf die Erde zurück als das, was er war, und der Atem kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat." (Koh 12,7)

Was wissen wir vom Tod ?

Wir wissen vom Tod, dass er sicher kommt, aber nicht wann, wo und wie. "Seid also wachsam! Denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde." (Mt 25,13)

Welche Bestattung schreibt die katholische Kirche vor ?

Die katholische Kirche schreibt ein christliches Begräbnis vor. Dabei segnet der Priester den Leichnam und das Grab. Unser Glaube sagt uns: Der Leib ist wie ein Samenkorn, das in die Erde gesenkt wird und zu neuem Leben ersteht. Die Leichenverbrennung ist eine heidnische Sitte, die Feinde der Kirche versuchen sie wieder einzuführen, weil sie nicht an die Auferstehung des Leibes glauben. Wir wollen begraben werden wie Christus, unser Vorbild, begraben wurde.

Was lehrt Christus von den Toten ?

Christus lehrt: Die Toten werden auferstehen, die einen zur Seligkeit, die anderen zur ewigen Verdammnis. "Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat." (Joh 5,28-30)

Warum wird der Leib vom Tod auferweckt ?

Der Leib wird vom Tod auferweckt, damit auch er beseligt oder verdammt werde, weil er der Seele zum Guten oder zum Bösen geholfen hat.

Wie werden die Leiber der Auferstandenen sein ?

Die Leiber der Bösen werden hässlich sein, die Leiber der Guten aber herrlich, ähnlich dem verklärten Leib Christi. "Wir erwarten Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann." (Phil 3,20-21) "So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, istverweslich, was auferweckt wird, unverweslich. Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark. Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen. (1 Kor 15,42-44) Die Kirche weiht die Friedhöfe und ehrt die Überreste der Heilige aus Erfurcht vor dem Leib; denn dieser soll zum ewigen Leben auferweckt werden.

Werden die Toten mit demselben Leib auferstehen, den sie auf Erden getragen haben ?

Die Toten werden mit demselben Leib auferstehen, den sie auf Erden getragen haben. Der Leib wird aber umgestaltet, verklärt und so geartet sein, dass er unvergänglich ist und dem Bild entspricht, wie Gott der Schöpfer sich den jeweiligen Menschen gedacht hat.

Wie heißt der zehnte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"Ich glaube an die Vergebung der Sünden."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Im zehnten Glaubenssatz bekennen wir, dass Gott seiner Kirche die Gewalt verliehen hat, Sünden nachzulassen. In seiner unermesslichen Barmherzigkeit streckt Gott dem reumütigen Sünder seine Hand entgegen, verzeiht ihm und richtet ihn auf. "Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen, sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt." (Ez 33,11)

Was heißt "Vergebung der Sünden" ?

"Vergebung der Sünden" heißt: In der katholischen Kirche können uns im Namen Gottes alle Sünden und Sündenstrafen nachgelassen werden. Der Prophet Jesaja versprach dem Volk Gottes Verzeihung und Erbarmen: "Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle." (Jes 1,18) Dieses trostreiche Versprechen ist im Neuen Bund volle Wahrheit geworden in der Kirche Jesu Christi.

Warum können in der katholischen Kirche alle Sünden u. Sündenstrafen nachgelassen werden ?

In der katholischen Kirche können alle Sünden und Sündenstrafen nachgelassen werden, weil Jesus Christus ihr die Vollmacht gegeben hat. Die Apostel bekamen die Gewalt zu binden und zu lösen. Jesus Christus sprach: "Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 18,18) Am Osterabend gab er ihnen ausdrücklich die Gewalt der Sündenvergebung mit den Worten: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Joh 20,23)

Wodurch werden die Sünden nachgelassen ?

Die Sünden werden nachgelassen besonders durch die Sakramente der Taufe und der Buße. Auch bei der Krankensalbung werden Sünden nachgelassen, besonders, wenn der Kranke nicht mehr beichten kann. Er muss aber seine Sünden bereuen.

Was ist die Reue ?

Die Reue ist jenes Missfallen an den begangenen Sünden und jene Abscheu vor ihnen, die bewirken, dass wir uns vornehmen, nicht mehr zu sündigen. Es gibt zwei Arten von Reue: die vollkommene Reue oder Liebesreue und die unvollkommene oder Furchtreue.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der vollkommenen Reue und dem Bußsakrament ?

Die vollkommene Reue verleiht dem Todsünder die Rechtfertigungsgnade schon vor dem aktuellen Empfang des Bußsakramentes. Die vollkommene Reue bewirkt die außersakramentale Rechtfertigung jedoch nur, wenn sie mit dem Verlangen nach dem Sakrament verbunden ist.

Genügt die unvollkommene Reue zur Sündenvergebung im Bußsakrament ?

Die aus dem Furchtmotiv hervorgehende Reue ist ein sittlich guter und übernatürlicher Akt. Die unvollkommene Reue genügt zur Sündenvergebung im Bußsakrament.

Kann das Bußsakrament abgeschafft werden ?

Das Bußsakrament ist ein von Jesus Christus eingesetztes Sakrament und kann von niemandem abgeschafft werden. Das sakramentale Sündenbekenntnis ist kraft göttlichen Rechtes angeordnet und bei schweren Sünden zum Heile notwendig, bei leichten Sünden nützlich.

Welche Sünden unterliegen kraft göttlicher Anordnung in jedem Fall der Beichtpflicht ?

Der Beichtpflicht unterliegen alle schweren Sünden nach Art, Zahl und Umständen.

Werden mit der Sündenschuld auch alle Sündenstrafen nachgelassen ?

Mit der Sündenschuld und der ewigen Sündenstrafe werden von Gott nicht immer alle zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen. Der Priester hat das Recht und die Pflicht, je nach Beschaffenheit der Sünden und der Fähigkeit des Pönitenten, heilsame und entsprechenden Genugtuungswerke aufzuerlegen. Auch freiwillige Bußübungen und das geduldige Ertragen göttlicher Heimsuchungen besitzen genugtuenden Wert.

Welches ist die Hauptwirkung des Bußsakramentes ?

Die priesterliche Absolution in Verbindung mit den Akten des Pönitenten bewirkt die Sündenvergebung und versöhnt somit den Sünder wieder mit Gott. Die durch schwere Sünde ertöteten, d.h. unwirksam gemachten, guten Werke leben wieder auf.

Wie heißt der neunte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Zum einen ist die katholische Kirche unsere Mutter und Erzieherin. Zum anderen ist sie die Gemeinschaft der Heiligen. In ihr finden wir Christus: Seine Lehre, seine Gnaden, seine Gewalten, sein Opfer und sein Fleisch und Blut. In der Kirche lebt Christus unter uns weiter. Die Glieder der Kirche gehören als große Familie zusammen: die pilgernde Kirche auf Erden, die leidende Kirche im Fegefeuer und die triumphierende Kirche im Himmel.

Wie hat Jesus Christus die Kirche gegründet ?

Jesus Christus hat die Apostel berufen und eine große Schar von Jüngern um sich gesammelt.

Was ist die Kirche ?

Die Kirche ist "das von der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk" (Zweites Vatikanisches Konzil, LG 4). Sie ist das sichtbare Reich Christi auf Erden mit Papst, Bischöfen, Priestern und Laien.

Wozu hat Christus die Kirche gegründet ?

Christus hat die Kirche gegründet, damit sie alle Menschen lehre, heilige und in den Himmel führe.

Welche Ämter hat also Christus der Kirche übertragen ?

Christus hat der Kirche das Lehramt, das Priesteramt und das Hirtenamt übertragen.

Mit welchen Worten hat Christus diese Ämter übertragen ?

Christus sagte zu den Aposteln: "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch." (Joh 20,21)

Wen hat Christus zum Fundament und Oberhaupt seiner Kirche gemacht ?

Christus hat den heiligen Petrus zum Fundament und Oberhaupt der Kirche gemacht, zu ihrem obersten Gesetzgeber und Hirten.

Wer ist der Nachfolger des heiligen Petrus ?

Der Nachfolger des heiligen Petrus ist der Bischof von Rom, der Papst.

Was ist also der Papst ?

Der Papst ist also das Fundament und Oberhaupt der Kirche, ihr oberster Gesetzgeber und Hirte.

Auf wen haben die Apostel ihr Amt übertragen ?

Die Apostel haben ihr Amt auf die Bischöfe übertragen. Sie sind also die Nachfolger der Apostel.

Welches sind die besonderen Gewalten der Bischöfe ?

Die Bischöfe leiten ihre Bistümer und können alle sieben Sakramente spenden. Ihre Helfer sind die Priester.

Wer leitet die Kirche ?

Christus leitet die Kirche durch den Heiligen Geist und er sagte: "Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28,20)

Wie wirkt der Heilige Geist in der Kirche ?

Der Heilige Geist macht die Kirche unfehlbar, d.h. sie kann in Sachen des Glaubens und der Sitten nichts Falsches lehren.

Durch wen gibt die Kirche ihre unfehlbaren Lehren ?

Die Kirche gibt ihre unfehlbaren Lehren entweder durch den Papst und die Bischöfe gemeinsam auf einem Konzil oder durch den Papst allein.

Wann ist der Papst unfehlbar ?

Der Papst ist unfehlbar, wenn er als oberster Hirte und Lehrer in Sachen des Glaubens und der Sitten etwas lehrt, das alle Gläubigen halten müssen.

Warum ist der Papst unfehlbar ?

Der Papst ist unfehlbar, weil Christus ihn zum Fundament und zum obersten Lehrer seiner Kirche gemacht hat.

Welche Kennzeichen gehören zur wahren Kirche Christi ?

Die wahre Kirche Christi erkennt man an vier Kennzeichen: Sie muss einig und heilig, katholisch und apostolisch sein. Diese vier Kennzeichen hat nur die römisch-katholische Kirche.

Was bedeutet "Einheit" ?

"Einheit" bedeutet: Die Kirche hat überall die gleiche Lehre, die gleichen Sakramente und das gleiche Oberhaupt.

Was bedeutet "Heiligkeit" ?

"Heiligkeit" bedeutet: Die Kirche hat eine heilige Lehre, denn diese beinhaltet die von Gott geoffen-barten Wahrheiten. Sie hat alle Mittel, um die Menschen zu heiligen und sie hat viele Heilige.

Was bedeutet "Katholizität" ?

"Katholizität" bedeutet: Die Kirche ist allumfassend, denn sie ist für alle Zeiten und für alle Völker bestimmt.

Was bedeutet "Apostolizität" ?

"Apostolizität" bedeutet: Die Lehre der Kirche ist die Lehre der Apostel und ihre Vorsteher sind die Nachfolger der Apostel.

Welches ist die wahre, von Christus gestiftete Kirche ?

Die einzig wahre von Christus gestiftete Kirche ist allein die römisch-katholische Kirche, die vom Papst und den ihm gehorsamen Bischöfen geleitet wird (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, LG 8). In der katholischen Kirche ist die Fülle der Wahrheit und der Heilsmittel zu finden. (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, UR 3).

Wer gehört zur katholischen Kirche ?

Zur katholischen Kirche gehört, wer durch Taufe, Firmung und Eucharistie voll in sie eingegliedert ist und sich nicht durch einen formellen Akt von ihr getrennt hat.

Was heißt: Die katholische Kirche ist alleinseligmachend ?

"Die katholische Kirche ist alleinseligmachend" heißt: Sie allein ist von Christus gestiftet, um alle Menschen zum Heil zu führen, weshalb sie mit der Fülle der Heilsmittel ausgestattet ist.

Ist es gleichgültig, welcher Kirche man angehört ?

Wenn Christus nur eine Kirche gestiftet und sie mit der Fülle der Heilsmittel ausgestattet hat, kann es niemals gleichgültig sein, welcher Kirche man angehört!

Gibt es überhaupt andere Kirchen ?

Es gibt nicht mehrere Kirchen, denn Christus ist der Bräutigam und er hat nur eine Braut, nicht aber mehrere. Aber das hält Menschen leider nicht davon ab, sich anzumaßen, ihren von der katholischen Kirche abgetrennten Gemeinschaften den Namen "Kirchen" zu geben. Dies ist bedauerlich und sollte durch eine bewusste Sprachregelung vermieden werden. Man sollte besser von der "östlichen Christenheit" oder "den protestantischen Gemeinschaften" sprechen. Diese Gemeinschaften beinhalten mehr oder weniger Elemente der Wahrheit, wobei die Ostchristen wesentlich mehr Elemente der Wahrheit haben als die Protestanten. "Orthodox" heißt wörtlich "rechtgläubig". Hier kann man erkennen, dass dieser Begriff problematisch ist. Denn wie kann man rechtgläubig sein, wenn man den Papst nicht als den obersten sichtbaren Hirten und Lehrer der Kirche anerkennt ? "Evangelisch" heißt "dem Evangelium gemäß". Auch dieser Ausdruck ist problematisch, denn vieles, was im Evangelium steht, wird von der sogenannten "evangelischen" Christenheit nicht für wahr gehalten bzw. eigenmächtig ausgelegt. Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt aber eindeutig: "Es zeigt sich also, dass die Heilige Überlieferung, die Heilige Schrift und das Lehramt der Kirche gemäß dem weisen Ratschluss Gottes so miteinander verknüpft und einander zugesellt sind, dass keines ohne die anderen besteht." (DV 10)

Wer gehört zur Gemeinschaft der Heiligen ?

Zur Gemeinschaft der Heiligen gehören die Glieder der Kirche auf Erden, im Fegefeuer und im Himmel. Man sagt "Gemeinschaft der Heiligen", weil alle in dieser Gemeinschaft die heiligmachende Gnade haben sollen und mit Christus verbunden sind. Den Armen Seelen im Fegefeuer können wir durch das heilige Messopfer, durch Gebet, Ablässe und gute Werke helfen. Die Heiligen im Himmel helfen uns und den Armen Seelen durch ihre Fürbitte bei Gott.

Wie heißt der achte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"Ich glaube an den Heiligen Geist."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Im achten Glaubenssatz bekennen wir unseren Glauben an die dritte Person in Gott, an Gott den Heiligen Geist. Gott hat uns zur Heiligung berufen durch die Gnade, Christus hat uns die Gnade verdient, der Heilige Geist teilt sie uns aus. Er reinigt und heiligt uns. Wir nennen ihn darum auch Heiligmacher und Gnadenspender.

Wer ist der Heilige Geist ?

Der Heilige Geist ist die dritte Person in Gott, also wahrer Gott wie der Vater und der Sohn. Dargestellt wird der Heilige Geist gewöhnlich in der Gestalt einer Taube, weil er so bei der Taufe Jesu erschien.

Wann ist der Heilige Geist der Kirche gesandt worden ?

Der Heilige Geist ist der Kirche am Pfingstfest gesandt worden. Am Pfingstfest, fünfzig Tage nach Ostern, trat die Kirche zum erstenmal sichtbar an die Öffentlichkeit. Der Heilige Geist kam im Sturmwind: Er ist gewaltig. Er kam in Gestalt von Zungen: Er macht die Apostel zu Predigern und Verkündern des Gottesreiches. Er kam wie ein loderndes Feuer: Er erleuchtet und entzündet die Herzen mit der Glut der Liebe.

Was hat der Heilige Geist in den Aposteln gewirkt ?

Der Heilige Geist hat die Apostel erleuchtet, gestärkt und ihnen besondere Gnaden gegeben. Die ungelehrten Fischer konnten jetzt predigen, die Heilige Schrift richtig erklären und Gottes Wort niederschreiben. Die Apostel bekamen die Sprachen- und Wundergabe. Die einst ängstlichen Apostel wurden mit Mut erfüllt. Sie traten vor das feindselige, widersprechende Volk, verkündeten ihm unerschrocken die Wahrheit und ertrugen deshalb Geißeln, Kerker und den Martertod.

Wie wirkt der Heilige Geist in der Kirche ?

Der Heilige Geist lehrt die Kirche alle Wahrheit bis ans Ende der Welt. Jesus hat der jungen Kirche versprochen: "Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen." (Joh 16,13). Deshalb ist die Kirche unfehlbar in der Verkündigung des Glaubens und der Gebote. Auf den Heiligen Geist kann sich jedoch nicht jedes Glied der Kirche gleichermaßen berufen. Denn in erster Linie ist der Heilige Geist dem Apostelkollegium und an erster Stelle dem Petrus anvertraut. "Die Heilige Überlieferung aber gibt das Wort Gottes, das von Christus dem Herrn und vom Heiligen Geist den Aposteln anvertraut wurde, unversehrt an deren Nachfolger weiter, damit sie es unter der erleuchtenden Führung des Geistes der Wahrheit in ihrer Verkündigung treu bewahren, erklären und ausbreiten." (Zweites Vatikanisches Konzil, DV 10) Weiter versprach Jesus: "Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll. Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird." (Joh 14,16-17) Deshalb ist der Heilige Geist Beistand und Tröster der Kirche, und er verlässt sie nie.

Wie wirkt der Heilige Geist in uns ?

Der Heilige Geist heiligt uns und hilft uns durch die Gnade. Uns ist erstmals der Heilige Geist gesandt worden in der heiligen Taufe, später in besonderer Weise in der heiligen Firmung. Er wohnt in uns durch die heiligmachende Gnade. "Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt ?" (1 Kor 3, 16)

Was vertreibt den Heiligen Geist aus der Seele ?

Die Todsünde vertreibt den Heiligen Geist aus der Seele. Sie Seele des Todsünders ist wie ein aufgebrochener Tabernakel, aus dem das Allerheiligste geraubt ist. Paulus warnt uns: "Löscht den Geist nicht aus!" (1 Thess 5,19) und "Beleidigt nicht den Heiligen Geist Gottes, dessen Siegel ihr tragt für den Tag der Erlösung." (Eph 4,30) Wenn wir auf den Heiligen Geist nicht hören oder ihn zunehmend verlieren, ist unsere Seele in größter Gefahr, seine Gnade zu verlieren und zur Wohnung des bösen Geistes zu werden. Beichten wir deshalb regelmäßig und bitten den Heiligen Geist, in unserer Seele zu wohnen.

Wie heißt der siebente Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Jesus Christus wird am Ende der Zeiten wieder kommen als Weltenrichter. "Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat." (2 Kor 5,10)

Wann wird Jesus wieder sichtbar auf die Erde kommen ?

Jesus wird am Ende der Welt wieder sichtbar auf die Erde kommen. Als die Apostel am Tage der Himmelfahrt ihren geliebten Heiland und Meister zum Himmel auffahren sahen, wurden sie von zwei Engeln getröstet mit dem Versprechen: "Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufge-nommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen. (Apg 1,11)

Wozu wird Jesus wiederkommen ?

Jesus wird wiederkommen, um die Menschen zu richten, die Lebenden und die Toten, die Guten und die Bösen.

Wie wird Jesus wiederkommen ?

Jesus wird wiederkommen mit großer Macht und Herrlichkeit. Er wird kommen auf den Wolken des Himmels, mit strahlenden Wundmalen, umgeben von seinen Engeln, als majestätischer König.

Wie heißt dieses Gericht ?

Dieses Gericht heißt das Jüngste Gericht, das allgemeine Gericht oder das Weltgericht. Jüngstes Gericht heißt es, weil es am jüngsten, d.h. am letzten Tag stattfinden wird. Weil an diesem Tag der Richter in heiligem Zorn die Bösen verurteilt, heißt er "Tag des Zornes, dies irae". Allgemeines und Welt-Gericht wird es genannt, weil alle Menschen zusammen gerichtet werden, die ganze Welt.

Wann wird das Ende der Welt sein ?

Wann das Ende der Welt sein wird, wissen wir nicht. "Jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. ... Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt." (Mt 24,36.42)

Warum wird das allgemeine Gericht gehalten ?

Das allgemeine Gericht wird gehalten, damit Jesus vor aller Welt verherrlicht wird und damit vor aller Welt die Guten ihren Lohn und die Bösen ihre Strafe erhalten. An diesem Tag werden alle Menschen, auch die Gottlosen und Christusfeinde, dem Sohne Gottes huldigen und ihn anerkennen. Alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde werden dann ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund wird bekennen: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters." (Phil 2,10-11) Die Gerechten stehen dann den Ungerechten gegenüber, die sie verfolgt und verspottet haben."Dann wird der Gerechte voll Zuversicht dastehen vor denen, die ihn bedrängt und seine Mühen verachtet haben. Wenn sie ihn sehen, packt sie entsetzliche Furcht, und sie geraten außer sich über seine unerwartete Rettung. Jetzt denken sie anders; seufzend und voll Angst sagen sie zueinander: Dieser war es, den wir einst verlachten, verspotteten und verhöhnten, wir Toren. Sein Leben hielten wir für Wahnsinn und sein Ende für ehrlos. Jetzt zählt er zu den Söhnen Gottes, bei den Heiligen hat er sein Erbteil. Also sind wir vom Weg der Wahrheit abgeirrt; das Licht der Gerechtigkeit strahlte uns nicht, und die Sonne ging nicht für uns auf. Bis zum Überdruss gingen wir die Pfade des Unrechts und des Verderbens und wanderten durch weglose Wüsten, aber den Weg des Herrn erkannten wir nicht. Was nützte uns der Übermut, was brachten uns Reichtum und Prahlerei?" (Weish 5,1-9)

Was wird der Richter zu den Guten und zu den Bösen sagen ?

Zu den Guten wird der Richter sagen: "Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist." (Mt 25, 34) Zu den Bösen aber wird der Richter sagen: "Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist !" (Mt 25, 41)

Was wird nach dem Weltgericht geschehen ?

Nach dem Weltgericht werden die Bösen mit Leib und Seele in die Hölle geworfen, die Guten aber mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.

Wie heißt der sechste Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters"

Was ist der Kern des sechsten Glaubenssatzes ?

Im sechsten Glaubenssatz bekennen wir unseren Glauben an die wunderbare Himmelfahrt und die ewige Verherrlichung unseres Heilandes zur Rechten des Vaters. Herrlichkeit und Ehre hat ihm der Vater bereitet, Recht und Gerechtigkeit haben gesiegt. Mit großer Sehnsucht hat Jesus in der Nacht vor seinem Tod um diese Verherrlichung gefleht: "Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war." (Joh 17,5)

Was hat Jesus vierzig Tage nach seiner Auferstehung getan ?

Vierzig Tage nach seiner Auferstehung ist Jesus aus eigener Kraft mit Leib und Seele in den Himmel aufgefahren. "Und während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben" (Lk 24,51).

Wer ist mit Jesus in den Himmel eingegangen ?

Mit Jesus sind auch die Gerechten aus der Vorhölle in den Himmel eingegangen. Ein gewaltiger Chor von befreiten Seelen zog mit dem Auferstandenen in den Himmel ein. Was für ein Jubel erfüllte sie, als sie Gottes Herrlichkeit schauen durften und den Sieger über Sünde und Tod zum himmlischen Thron begleiteten. Jesus ist in den Himmel aufgefahren vom Ölberg aus, wo sein Leiden angefangen hat.

Wozu ist Jesus in den Himmel aufgefahren ?

Jesus ist in den Himmel aufgefahren erstens um auch als Mensch verherrlicht zu werden, zweitens um uns eine Wohnung zu bereiten und drittens um im Himmel unser Fürsprecher und Richter zu sein.

Was heißt "um auch als Mensch verherrlicht zu werden" ?

Wenn wir beten "er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters", dann heißt das: Jesus nimmt auch als Mensch teil an der göttlichen Macht und Herrlichkeit. Bis jetzt hatte er diese Verherrlichung als Mensch noch nicht. Er war erniedrigt durch Mühsal und Leiden, Anfeindung und Verhöhnung.

Was heißt "um uns eine Wohnung zu bereiten" ?

In seiner Abschiedsrede tröstete Jesus die betrübten Apostel mit den Worten: "Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten ?" (Joh 14,2) Die himmlischen Wohnungen sind unvorstellbar schöner als die schönsten Wohnungen, die wir uns auf dieser Erde einrichten können. "Wir verkündigen, wie es in der Schrift heißt, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben." (1 Kor 2,9)

Was heißt "um im Himmel unser Fürsprecher und Richter zu sein" ?

Im ersten Johannesbrief heißt es: "Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten. (1 Joh 2,1) Weil Jesus die Menschen von den Sünden erlöst hat, wird er auch über ihre Sünden richten. "Der Vater richtet niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen." (Joh 5,22) "Das Gericht ist erbarmungslos gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht." (Jak 2,13)

Inwiefern mahnt uns die Himmelfahrt Jesu Christi ?

Die Himmelfahrt Jesu Christi mahnt uns, unsere Herzen zum Himmel zu erheben. Der Himmel ist unser eigentliches Lebensziel, wir dürfen ihn nicht verlieren. Kein Mühe, kein Kampf, kein Opfer sei deshalb zu schwer. Jesus hat uns durch das Kreuz erlöst und deshalb dürfen wir das Kreuz nicht scheuen, es will uns nämlich zum ewigen Heil führen. "Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt." (Kol 3,1)

Wie heißt der fünfte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten"

Was ist der Kern des fünften Glaubenssatzes ?

Jesus Christus hat die Seelen der Gerechten aus der Vorhölle befreit und ist an Ostern glorreich aus dem Grabe auferstanden, wie er es vorausgesagt hat. Er ist der Sieger über Tod und Sünde, und das Kreuz wurde zum Zeichen des Sieges für alle Erlösten.

Wohin ist nach dem Tode Jesu seine Seele gegangen ?

Nach dem Tode Jesu ist seine Seele in die Vorhölle ("Reich des Todes") gegangen zu den Seelen der Gerechten. Die Vorhölle ist nicht etwa der Ort der Verdammten und auch nicht das Fegefeuer. Sie ist jener Ort, wo die Seelen der verstorbenen Gerechten des Alten Bundes auf die Erlösung warteten. Sie konnten nicht zur Anschauung Gottes gelangen, bis der Himmel geöffnet war.

Was hat Jesus am dritten Tage getan ?

Am dritten Tage ist Jesus glorreich von den Toten auferstanden. Der Leib wurde mit der Seele wieder vereinigt. So wurde er wieder lebendig. Jesus stand aus dem verschlossene Grabe auf. Ein Engel wälzte nachher den Stein weg zum Zeichen: Das Grab ist leer, der Herr ist auferstanden.

Was heißt "glorreich" ?

Glorreich heißt "verklärt". Der Leib des Auferstandenen war strahlend wie die Sonne, fein und alles durchdringend, schnell wie der Gedanke, unfähig zu leiden und zu sterben. An diesem Leib behielt Jesus seine Wundmale bei. Sie sollen zeigen: Es ist der gleiche Leib, der am Kreuze hing und im Grabe lag.

Wer bezeugt uns, dass Jesus von den Toten auferstanden ist ?

Dass Jesus von den Toten auferstanden ist, bezeugen uns erstens seine Apostel und die Jünger und zweitens seine Feinde. Augen- und Ohrenzeugen gelten immer als die besten Zeugen. Solche waren die Apostel. Sie haben den Auferstandenen oft gesehen, gehört, ihn berührt, mit ihm gegessen. Die Apostel und viele Jünger sind auch Blutzeugen. Sie verkündeten überall die Auferstehung Christi und gaben dafür ihr Leben hin.

Was zeigt uns Jesus Christus durch seine Auferstehung ?

Jesus Christus zeigt uns durch seine Auferstehung erstens, dass er wahrhaft Gott ist und zweitens dass auch wir einst von den Toten auferstehen. Jesus ist aus eigener Kraft auferstanden, wie er aus eigener Kraft Tote erweckt hat. Jesus ist das Haupt, wir sind die Glieder. Ist das Haupt auferstanden, so werden auch die Glieder auferstehen. "Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht ?" (1 Kor 15,12)

Wie lange blieb Jesus nach der Auferstehung noch auf Erden ?

Nach der Auferstehung blieb Jesus noch vierzig Tage auf Erden. In dieser Zeit ist er oft den Aposteln und Jüngern erschienen. Der heilige Paulus berichtet, dass er einmal mehr als 500 Menschen erschienen ist. Er belehrte sie über die Kirche, setzte das Sakrament der Buße ein, machte Petrus zum obersten Hirten und gab ihnen Verständnis für die Heilige Schrift.

Wann feiern wir die Auferstehung Jesu Christi ?

Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi am Ostersonntag, das Osterfest ist das größte aller Feste. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Der Sonntag, der Auferstehungstag des Herrn, ist der erste Tag der Woche, also nicht Wochenende, sondern Wochenanfang. Jesus Christus hat seinen Aposteln aufgetragen, jeden Sonntag zusammenzukommen, um die Eucharistie zu feiern. Die Kirche hat dies von Anfang an getan und wird es auch selbstverständlich bis zum Tag der Wiederkunft des Herrn weiterhin tun.

Wie heißt der vierte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben"

Was ist der Kern des vierten Glaubenssatzes ?

Der vierte Glaubenssatz erklärt uns, wie der Heiland uns erlöst hat. Er hat uns erlöst durch sein bitteres Leiden und seinen Kreuzestod. Krippe und Kreuz, Bethlehem und Golgotha sind die ergreifenden Denkmäler der Gottesliebe.

Was geschah durch den Tod Jesu am Kreuz ?

Durch den Tod am Kreuz hat Jesus erstens die Welt erlöst, zweitens dem himmlischen Vater ein vollkommenes Opfer dargebracht und drittens die Kirche des Neuen Bundes gestiftet.

Wovon hat uns Jesus erlöst ?

Jesus hat uns erlöst von Sünde und Strafe.

Was heißt: Jesus hat uns erlöst von Sünde ?

Jesus Christus hat für unsere Sünde die unendliche Schuld bezahlt, die uns nachgelassen werden kann durch die Sakramente und durch die Reue.

Was heißt: Jesus hat uns erlöst von Strafe ?

Keiner kommt in die Hölle, der Christus treu bleibt (vgl. Röm 8,1).

Was hat uns Jesus am Kreuz verdient ?

Jesus hat uns am Kreuz überreiche Gnaden verdient, durch die wir auf Erden heilig und im Himmel selig werden können. Alle Menschen sind erlöst. Für alle Menschen ist Jesus gestorben. Der Himmel, der seit Adams Sünde verschlossen war, ist durch das Kreuz wieder geöffnet worden. Jeder kann in den Himmel kommen, wenn er tut, was der Heiland befohlen hat. "Jetzt, da ihr aus der Macht der Sünde befreit und zu Sklaven Gottes geworden seid, habt ihr einen Gewinn, der zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt." (Röm 6,22)

Was zeigt uns das durchbohrte Herz Jesu ?

Das durchbohrte Herz Jesu zeigt uns, dass der Heiland wirklich tot war und aus Liebe zu uns alles gab. In der Präfation vom Hochfest des Heiligsten Herzen Jesu heißt es: "Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles"

Woran erinnert uns jeder Freitag ?

Jeder Freitag erinnert uns an den bitteren Kreuzestod Jesu und ruft uns auf zu einem Opfer. Der Verzicht auf Fleisch- und Wurstspeisen ist zwar nicht zwingend (es kann auch ein anderes Opfer sein), aber entsprechend der Tradition der Kirche sehr sinnvoll und empfehlenswert.

Woran erinnert uns der Herz-Jesu-Freitag ?

Der Herz-Jesu-Freitag erinnert uns an die unergründliche Liebe Jesu zu uns Menschen und ruft uns auf, diese Liebe zu erwidern, indem wir das Doppelgebot der Liebe befolgen, d.h. Gott und den Nächsten mit allen Kräften zu lieben versuchen.

Wie können wir das Leiden Jesu andächtig betrachten ?

Wir können das Leiden Jesu andächtig betrachten, indem wir sein heiliges Kreuz in unseren Wohnungen aufhängen und verehren, den schmerzhaften Rosenkranz, den Kreuzweg, die Herz-Jesu-Andacht oder die heiligen Fünf Wunden beten.

Wie können wir das Leiden Jesu in unserem Leben verwirklichen ?

Wir können das Leiden Jesu in unserem Leben verwirklichen, indem wir unsere Leiden mit seinen Leiden verbinden, d.h. sie in der Nachfolge Christi als unser Kreuz annehmen, tragen und aus Liebe zu ihm aufopfern.