Springe zum Inhalt

Welche Sakramente standen in den ersten Jahrhunderten im Mittelpunkt?

Die Taufe, die durch Untertauchen und meist für Erwachsene nach einem zwei- bis dreijährigen Katechumenat gespendet wurde, sowie die heilige Eucharistie standen im Mittelpunkt des religiösen Lebens. Aber auch für die Spendung der fünf anderen Sakramente finden sich deutliche Hinweise.

Was verstehen wir unter Arkandisziplin?

Arkandisziplin nennt man die Praxis der alten Kirche, sich über Glaubensgeheimnisse nur dunkel auszudrücken, um sie vor Verunglimpfung durch die Heiden zu schützen.

So ist auch die Vorliebe der alten Kirche für Symbole zu erklären. Das beliebteste Symbol war der Fisch als Zeichen für Christus und die heilige Eucharistie.

Was verstehen wir unter Katakomben?

Die Katakomben sind die unterirdischen Begräbnisstätten der Christen. In diesen hat man besonders zur Zeit der Verfolgungen den Gottesdienst gefeiert.

Was ist bezüglich der Busstrenge der ersten christlichen Jahrhunderte zu sagen?

Als schwerste Sünden, die von der Kirche ausschlossen, galten Abfall vom Glauben, Mord und Unzucht. War eine Sünde öffentlich begangen worden, dann musste sie auch öffentlich bekannt werden. Die Buße bestand in Gebet und Fasten. Fasttage waren schon im ersten Jahrhundert der Mittwoch und der Samstag; man aß an diesen Tagen bis nachmittags drei Uhr nichts. Das vierzigtätige Fasten kam erst im dritten Jahrhundert allgemein auf. Die Nächte vor den hohen Festen brachte man wachend und betend zu (Vigilien).

Wie war das Familienleben der ersten Christen?

Das Familienleben wurde religiös aufgefasst. Die Ehe wurde im Zusammenhang mit der Eucharistiefeier geschlossen. Die Frau war nicht mehr Sklavin, sondern Lebensgefährtin des Mannes. Es gab den Stand der Witwen und Jungfrauen.

Wer hat die Kirche gegen die Irrlehrer verteidigt?

Der Kampf gegen die Irrlehrer rief in der Kirche große Gottesmänner auf den Plan: die Kirchenlehrer. Man unterscheidet vier große morgenländische und vier große abendländische Kirchenlehrer. Sie tragen auch den Ehrentitel Kirchenväter.

Wie heißen die vier morgenländischen Kirchenlehrer?

Die vier morgenländischen Kirchenlehrer sind Athanasius, Basilius, Gregor von Nazianz und Johannes Chrysostomus.

Wie heißen die vier abendländischen Kirchenlehrer?

Die vier abendländischen Kirchenlehrer sind Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregor der Große.

Was wissen wir über die Entstehung des Mönchtums?

Die sogenannten "Evangelischen Räte" der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams, regten manche Christen an, dem besonderen Ruf Gottes zu folgen; viele zogen sich deshalb schon in der ersten christlichen Zeit zu einem Leben der Armut und der Abtötung zurück. Eine größere Anzahl fand sich sodann im dritten Jahrhundert in Oberägypten, in der Wüste Thebais, zusammen; man nannte sie Mönche. Am bekanntesten unter den ältesten Möchen war der heilige Paulus, der Gründer des Eremitentums, und der heilige Antonius, der Stifter einer in losem Verbande lebenden Eremitenkolonie. Pachomius, ein ehemaliger Soldat, wurde der eigentliche Gründer des Klosterwesens. Er veranlasste die Mönche, sich an einem Ort niederzulassen und zu bestimmten Zeiten zum Gebet zusammenzukommen. Den gesamten Bereich der Zellen ließ er von einer Mauer umgeben. Später gründete der heilige Benedikt von Nursia (gest. 534) zwölf Klöster mit je zwölf Mönchen, denen er vorstand. Seine Hauptgründung ist das Kloster Monte Cassino. In der Nähe gründete seine Schwester Scholastika ein Frauenkloster. Die Regel Benedikts verbindet das Chorgebet mit der Arbeit und fordert die Mönche auf, für ihr ganzen Leben in den einmal gewählten Kloster zu bleiben.

Welche religiös-sittlichen Zustände herrschten bei der Ankunft Christi?

Das Judentum erwartete einen Messias als Befreier von äußerer Knechtschaft. Es war in folgende Parteien unterteilt: Sadduzäer (Liberalismus), Pharisäer (Gesetzlichkeit), und Essener (ordensmäßig gepflegtes Aszetentum). Das Heidentum zeichnete sich aus durch sittlichen Bankrott. Die Familie war im Zerfall, Ehescheidung auf der Tagesordnung. Auf sozialem Gebiet die Sklaverei. Die Sklaven waren oft verkommen, dabei waren sie die Erzieher der Jugend. Das Christentum hatte eine günstige Voraussetzung: Fast die ganze Welt bildete ein Reich, hatte eine Sprache; es gab gute Straßen, auf denen die Boten des Glaubens ziehen konnten.

Wie ging die Gründung und Ausbreitung der Kirche vor sich?

Jesus Christus hatte seine 12 Apostel berufen und ihnen entsprechende Vollmachten gegeben, um seine Kirche zu leiten, zu lehren und zu heiligen.

Manche Kirchenlehrer sehen den Karfreitag als Gründungstag der Kirche an, weil diese sinnbildlich aus der Seitenwunde Jesu hervorgegangen sei. Am Pfingsttag trat sie durch die Sendung des Heiligen Geistes zum ersten Mal erkennbar ans Licht der Welt. Allmählich trennte die Kirche sich von den Juden; und Heiden wurden in sie aufgenommen.

Welche Menschen hatten eine besondere Bedeutung für die Ausbreitung der Kirche?

Die Apostel, insbesondere die Apostel Petrus und Paulus, trugen wesentlich zur Ausbreitung der Kirche bei, weil sie als mutige Glaubenszeugen den Sendungsauftrag des Herrn (vgl. Mt 28,19-20) wirkmächtig in die Tat umsetzten. Petrus kam im Jahr 42 nach Rom, bildete eine Christengemeinde, musste die Stadt im Jahr 49 verlassen (Judenverfolgung) und kam im Jahr 50 nach Jerusalem. Im Jahr 54 kehrte er nach Rom zurück, wo er im Jahr 67 als Märtyrer gestorben ist. Paulus hat das Christentum endgültig aus den Fesseln des Judentums befreit, eine große Anzahl von Heiden bekehrt und die christliche Lehre vertieft. Bekannt sind seine drei Missionsreisen, auf denen er mehrere Briefe an teils von ihm selbst gegründete Gemeinden schrieb. Die Glaubensstärke und die Standhaftigkeit der frühchristlichen Märtyrer überzeugte viele Menschen, so dass die Christenverfolgungen ein entscheidender Grund für die Ausbreitung der Kirche waren.

Welche Ursachen hatten die Christenverfolgungen in der frühen Zeit der Kirche?

Die Christen wurden von den Juden als "Verächter des Gesetzes" gehasst und von den Heiden als Feinde der Götter und des Menschengeschlechtes und als schlechte Patrioten bezeichnet. Man sagte ihnen alles Schlechte nach. "Die Christen vor die Löwen!" war der Ruf der Masse, wenn ein öffentliches Unglück hereinbrach. Schließlich waren auch die Staatsgesetze ursächlich für die Christenverfolgungen, denn die Christen wurden des Majestätsverbrechens und des Sakrilegs beschuldigt, weil sie den Kaiserkult und die Verehrung der Staatsgötter ablehnten und dem Verbot der Einführung neuer Kulte zuwiderhandelten.

Wie verliefen die Verfolgungen im ersten Jahrhundert?

Die erste Verfolgung unter Nero: Er ließ seine eigene Mutter umbringen, tötete seine Gattin Poppäa durch einen Fußtritt und zwang seinen Lehrer Seneca zum Selbstmord. Er lenkte den Verdacht, einen großen Brand in Rom verursacht zu haben, von sich auf die Christen ab. Viele von ihnen wurden in Tierhäute eingenäht und von den Hunden zerfleischt, andere gekreuzigt oder verbrannt, wieder andere bei Eintritt der Dunkelheit zur Beleuchtung als lebende Fackeln in Brand gesteckt. Petrus und Paulus sind unter Nero als Märtyrer gestorben.

Wie verliefen die Verfolgungen vom zweiten bis zur 1. Hälfte des dritten Jahrhunderts?

In dieser Zeit waren die Verfolgungen gemäßigt und von dem Ausspruch Trajans bestimmt: "Aufsuchen soll man die Christen nicht; werden sie aber angezeigt, so sind sie zu bestrafen". Wer den Glauben verleugnete, wurde verschont. Ignatius von Antiochien schrieb auf dem Weg nach Rom, wo er den Löwen vorgeworfen wurde: "Ich bin Gottes Weizenkorn und muss von den Zähnen der Tiere gemahlen werden, um ein reines Brot Christi zu werden."

Welche Kaiser waren bis zu Beginn des 4. Jahrhunderts besonders grausam und gefährlich?

  Es waren Decius (249-251), der das Reich als ein heidnisches in seiner alten Größe wieder herstellen wollte und viele zum Abfall des Glaubens brachte, sowie Valerian (253-260), der den Besuch der Gottesdienste bei Todesstrafe verbot und schließlich Diokletian (284-305), unter dem die letzte und grausamste Verfolgung stattfand.

Was verstehen wir unter Geschichte?

Die Geschichte hat Ereignisse innerhalb der Menschheit zum Inhalt, die zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssen mit dem Ringen der Menschheit um das Ideal wahren Menschentums in Freiheit und Vernunft in innerem Zusammenhang stehen und als Einzel- oder Massenerscheinungen für die Gesamtheit von Bedeutung sein.

Was ist nach dem Alten Testament das Ziel der Geschichte?

Ziel der Geschichte ist die Verwirklichung des Reiches Gottes. Sie wird herbeigeführt durch den Messias des Volkes Israel, und auch die übrigen Völker sind dazu berufen, am messianischen Heil teilzunehmen.

Wie äußern sich die Evangelien über den Verlauf der Geschichte?

In der Geschichte waltet Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Ihr großer Mittel- und Wendepunkt ist die Menschwerdung Christi. Ihr Endziel ist das von dem erhöhten Christus herbeigeführte übernationale Reich Gottes. Diese Schau wird im weiteren neutestamentlichen Schrifttum bis hin zur Offenbarung des Johannes dann noch im einzelnen vertieft.

Wie wird die Kirchengeschichte eingeteilt?

Die Kirchengeschichte wird in drei Zeiträume eingeteilt: Altertum, Mittelalter und Neuzeit.

Über welchen Zeitraum erstreckt sich das christliche Altertum?

Die Kirche lebt im Altertum innerhalb des römischen Weltreiches und des griechisch-römischen Kulturkreises. Wir rechnen diesen Zeitraum von der Gründung der Kirche bis zum Abschluss der Völkerwanderung im 6. Jahrhundert (586 Einbruch der Langobarden in Italien). Eine Unterteilung ergibt das Toleranzedikt von Mailand im Jahr 313. Vor ihm lebte die Kirche im heidnischen, nachher im "christlichen" Römerreich.

Über welchen Zeitraum erstreckt sich das christliche Mittelalter?

Die Kirche entfaltet sich im Mittelalter inmitten des germanisch-romanischen Volkstums. Dieser Zeitraum reicht etwa bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts und gliedert sich in vier Epochen.

a) Die erste Epoche, vom Ende des 6. bis zur Mitte des 8. Jahrhunderts, wird durch umfassende Missionierungen eingeleitet (hl. Bonifatius 673 bis 754).

b) In der zweiten Epoche, dem Frühmittelalter, hat das Kaisertum über das Papsttum eine Vorherrschaft inne (Karl der Große 840, Otto I. 973). Sie dauert bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts (Synode von Sutri 1046, Heinrich III. setzt drei Päpste ab)

c) In der dritten Epoche, dem Hochmittelalter, steigt die Kirche zur Beherrscherin des christlichen Abendlandes auf. Sie ist das Zeitalter Gregors VII. und Innozenz´III. Sie dauert bis zur zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (Hinrichtung Konradins, des letzten Staufers, 1268)

d) Die vierte Epoche ist das Spätmittelalter, in dem die mittelalterliche Weltherrschaft des Papsttums ihr Ende erreicht. (Bonifaz VIII. 1303, Exil von Avignon, Schisma, beendet auf dem Konzil zu Konstanz 1415).

Über welchen Zeitraum erstreckt sich die christliche Neuzeit?

  Die Kirche steht in der Neuzeit in der Auseinandersetzung mit einer Kultur, die sich ihrem Einfluss entzieht und gliedert sich in drei Epochen.

a) Ihre erste Epoche, die sich bis zum Beginn der Aufklärung erstreckt, ist als Ganzes gesehen, noch offenbarungsgläubig. Sie wird eingeleitet durch Renaissance und Humanismus, etwa seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, und führt zu der großen abendländischen Glaubensabspaltung des 16. Jahrhunderts.

b) Die zweite Epoche, das 18. Jahrhundert, geht über eine kritische ud negative Haltung gegen die Kirche als solche weit hinaus. Hier erfährt schon das Christentum als solches eine Ablehnung. (Beginn der Französischen Revolution 1789)

c) In der dritten Epoche, die das 19. und 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart erfasst, steht die Kirche in der Auseinandersetzung mit einer modernen Kultur, die auch den Glauben an Gott weitgehend nicht mehr bejaht.

Was ist die Ehe ?

Die Ehe ist das Sakrament, das Mann und Frau bis zum Tode eines Partners unauflöslich vereint, wie Jesus Christus und die Kirche, seine Braut, vereint sind, und das ihnen die Gnade gibt, miteinander heilig zu leben und die Kinder christlich zu erziehen.

Wer ist Spender des Ehesakramentes ?

Spender des Ehesakramentes sind die Brautleute selbst, die die Ehe eingehen.

Müssen die Brautleute im Stande der heiligmachenden Gnade sein, wenn sie die Ehe eingehen ?

Die Brautleute müssen im Stande der heiligmachenden Gnade sein, wenn sie den Ehebund schließen, sonst begehen sie ein Sakrileg (Gotteslästerung).

Wie geht man den Ehebund ein ?

Den Ehebund schließt man durch das gegenseitige Ja-Wort vor dem Diakon, Priester oder Bischof und vor zwei Zeugen.

Ist die zivile Eheschließung eine rechtmäßige Verbindung zwischen Mann und Frau ?

Nein, die nur zivilrechtlich geschlossene Ehe ist keine Ehe, sondern bloße Formalität vor einem staatlichen Standesbeamten. Wer sich daher nicht kirchlich trauen lässt, ist vor Gott nicht verheiratet und lebt in einer sündhaften Beziehung.

Welche Pflichten haben die Eheleute ?

Die Eheleute haben die Pflicht, heilig zusammen zu leben, einander mit immerwährender Zuneigung in den geistigen und zeitlichen Bedürfnissen zu helfen und die Kinder gut zu erziehen, indem sie für ihre Seele nicht weniger sorgen als für ihren Leib und sie vor allem mit dem Wort und dem guten Beispiel zur Frömmigkeit und zur Tugend erziehen.

Welche Spiritualität gehört in die Ehe ?

Die christlichen Eheleute mit ihren Kindern bilden eine Hauskirche. Sie sind gerufen, am liturgischen Leben der Kirche in der Feier der Eucharistie und der übrigen Sakramente teilzunehmen. Zum gemeinsamen Vollzug des christlichen Lebens wird ihnen das Stundengebet, Morgen- und Abendgebet, Tischgebet, Schriftlesung, Sakramentenempfang, Herz-Jesu-Verehrung und Muttergottesverehrung und besonders das Rosenkranzgebet empfohlen. Das Gebet ist daher keineswegs ein Ausweichen vor den täglichen Anforderungen, sondern stärkster Antrieb für die Verwirklichung der familiären Aufgaben.

Welche Voraussetzungen müssen bei einer konfessionsverschiedenen Ehe gegeben sein ?

Die Trauung eines konfessionsverschiedenen Paares kann nur erlaubt werden, wenn der katholische Partner bereit ist, Gefahren des eigenen Glaubensabfalls zu beseitigen und nach Kräften alles zu tun, dass die Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden.

Wie steht die Kirche zu "wiederverheirateten" Geschiedenen ?

Der Ausdruck "wiederverheiratet geschieden" ist irreführend und täuscht über die Tatsache hinweg, dass kirchlich gültig geschlossene Ehen, die vom Staat "geschieden" werden, vor Gott bestehen bleiben. Mann und Frau dürfen demnach nicht in einer neuen Verbindung wie Eheleute zusammenleben. Tun sie das dennoch, so leben sie im Ehebruch und laden daher dauernd schwere Schuld auf sich. Wenn sie nicht bereit sind, diese Lebensweise aufzugeben, können sie auch nicht zur Beichte gehen, denn die Beichte setzt den Vorsatz zur Besserung voraus. Deshalb können sie, da sie im Zustand einer schweren Sünde sind, nicht die heilige Kommunion empfangen. Aber sie sind nicht von der Kirche getrennt, sie können als Getaufte an ihrem Leben teilnehmen, ja sie sind sogar dazu verpflichtet; z.B. was den sonntäglichen Besuch der hl. Messe betrifft. Da der Kommunionempfang nicht möglich ist (man würde sich selbst schaden, vgl. 1 Kor 11, 27-29), besteht doch die Möglichkeit, Jesus Christus geistig zu "empfangen" (sog. "Geistige Kommunion"). Wenn jemand seine Lebenssituation ehrlich betrachtet, und die Schlussfolgerung daraus zieht, nicht zur Kommunion zu gehen, zeigt er damit seine hohe Achtung vor diesem Sakrament. Sicherlich ist zu beachten, dass manche Menschen schuldlos in eine Situation gekommen sind, so dass sie sich von ihrem Ehepartner trennen mussten. In diesem Zusammenhang ist es oft besonders schwer, aber eine christliche Aufgabe, erlittenes Unrecht als Kreuz in der Nachfolge Christi anzunehmen.

Was ist die Priesterweihe ?

Die Priesterweihe ist das Sakrament, das die Vollmacht verleiht, die heiligen Handlungen des allerheiligsten Altarsakramentes und die für das Heil der Seelen vorzunehmen. Die Priesterweihe prägt das unauslöschliche Merkmal eines Dieners Gottes ein.

Wer ist der Spender der Priesterweihe ?

Spender der Priesterweihe ist der Bischof, der durch Handauflegung, Gebet und das Überreichen der der Priesterweihe eigenen heiligen Gegenstände den Heiligen Geist und die heilige Gewalt gibt, indem er die Worte der vorgeschriebenen Form spricht.

Warum heißt das Sakrament der Priesterweihe, das zu Dienern Gottes macht, auch Ordo ?

Das Sakrament, das zu Dienern Gottes macht, heißt auch Ordo, weil es verschiedene Grade von Dienern umfasst, von denen der eine dem anderen unterstellt ist, woraus die heilige Hierarchie folgt.

Welches sind die Stufen der heiligen Hierarchie ?

Die Stufen der heiligen Hierarchie sind das Diakonenamt, das Priesteramt und das Bischofsamt.

Ist die Würde des Priestertums groß ?

Die Würde des Priestertums ist äußerst groß, weil es die Gewalt über den eigentlichen Leib Jesu Christi besitzt, den es im allerheiligsten Sakrament des Altares gegenwärtig setzt, und die Gewalt über den mystischen Leib Jesu Christi (die Kirche) mit seiner erhabenen Mission, die Menschen zur Heiligkeit und zum ewigen Leben im Himmel zu führen.

Welche Absicht muss derjenige haben, der in den Priesterstand eintritt ?

Wer in den Priesterstand eintritt, darf einzig auf die größere Ehre Gottes und das Heil der Seelen abzielen.

Darf jemand nach seinem Willen in den Priesterstand eintreten ?

Nein, niemand darf nach seinem Willen in den Priesterstand eintreten, sondern er muss von Gott durch den eigenen Bischof berufen sein, das heißt, er muss zusammen mit der Berufung auch die Tugenden und die Haltungen für den heiligen Dienst haben, die der Priesterstand erfordert.

Welche ist die dem Priester angemessene Lebensform ?

Die dem Priester angemessene Lebensform ist die des Zölibates (Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen), weil Jesus Christus selber ehelos war und weil er den Aposteln diese Lebensform empfohlen hat: "Wer das erfassen kann, der erfasse es." (Mt 19,12)

Wie wird der Priesterstand in der Welt sichtbar gemacht ?

Der Priester soll als solcher erkenntlich sein, das heißt, er soll die Priesterkleidung tragen und ein beispielhaftes christliches Zeugnis geben.

Können auch Frauen zu Priestern geweiht werden ?

Nein, Frauen können nicht zu Priestern geweiht werden. Papst Johannes Paul II. hat 1994 in dem Apostolischen Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" in aller Deutlichkeit erklärt: "Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben."

Welche Pflichten haben die Gläubigen gegenüber denen, die zum Priestertum berufen sind ?

Die Gläubigen haben die Pflicht, den Kindern und Untergebenen volle Freiheit zu lassen, ihrer göttlichen Berufung zu folgen. Sie sollen Gott um gute Hirten und Diener bitten und in diesem Anliegen Opfer bringen. Schließlich haben die Gläubigen die Pflicht, die Priester als gottgeweihte Personen hochzuachten und ihnen zu gehorchen, insofern sie übereinstimmen mit Lehre, Recht und Ordnung der Kirche und von ihnen nichts Gegenteiliges bzw. Sündhaftes verlangen.

Was ist die Krankensalbung ?

Die Krankensalbung ist ein wahres und eigentliches, von Christus eingesetztes Sakrament.

Was steht im Neuen Testament über die Krankensalbung ?

"Ist einer von euch krank ? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben." (Jak 5, 14-15)

Wer darf das Sakrament der Krankensalbung spenden ?

Das Sakrament der Krankensalbung kann nur von Bischöfen und Priestern gültig gespendet werden.

Welches ist die Materie der Krankensalbung ?

Die Materie der Krankensalbung ist das vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweihte Krankenöl. Im Notfall darf jeder Priester das Öl weihen.

Welches ist die Form der Krankensalbung ?

Die Worte bei der Spendung dieses Sakramentes lauten: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich. In seiner Gnade richte er dich auf."

Was bewirkt die Krankensalbung ?

Die Krankensalbung bewirkt eine Stärkung, Beruhigung und Ermutigung im Leiden bzw. eine Heilung, wenn diese im Willen Gottes liegt. Sollte jemand nicht mehr in der Lage sein zu beichten, werden ihm durch die Krankensalbung die Sünden vergeben. Des weiteren bewirkt die Krankensalbung die Vereinigung mit dem Leiden Christi und ist Teilhabe an seinem Kreuzweg und damit an seinem Erlösungswerk. Die Krankensalbung bereitet den Sterbenden auf die letzte Reise vor und macht den Menschen endgültig dem Tod und schließlich der Auferstehung Christi gleichförmig.

Wer ist der Empfänger der Krankensalbung ?

Grundsätzlich kann jeder ernsthaft erkrankte, verletzte oder vor einer schweren Operation stehende Katholik die Krankensalbung empfangen. Orthodoxe Christen sind ebenfalls berechtigt, die Krankensalbung zu empfangen, wenn sie keinen orthodoxen Bischof oder Priester erreichen können. Ausschließlich in Lebensgefahr dürfte auch ein evangelischer Christ die Krankensalbung empfangen, sofern er von sich aus darum bittet und den katholischen Glauben bezüglich dieses Sakramentes bekundet.

Kann ein Toter die Krankensalbung empfangen ?

Grundsätzlich können Tote keine Sakramente empfangen, auch nicht die Krankensalbung. Da aber oft der genaue Zeitpunkt des Todes (vollkommene Trennung von Leib und Seele) nicht feststellbar ist, ist im Zweifelsfall dieses Sakrament zu spenden. Man spricht dann von einer bedingungsweisen Spendung der Krankensalbung. Es ist davon auszugehen, dass sich nach Eintritt des Herz- oder Gehirntodes die Seele nicht schlagartig, sondern langsam vom Körper trennt. So lange der Körper noch warm ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Seele noch nicht völlig getrennt ist. In diesem Zeitraum kann auch die Krankensalbung gespendet werden.

Ist es ratsam, in Todesgefahr oder nach Eintritt des Todes einen Priester anzufordern ?

Ja, es ist in jedem Fall sinnvoll dies zu tun. Denn der Priester kann neben der Spendung der Krankensalbung, oder wenigstens der bedingungsweisen Spendung, den vollkommenen Ablass in der Sterbestunde erteilen. Dieser lautet folgendermaßen: "Auf Grund der mir vom Apostolischen Stuhl verliehenen Vollmacht gewähre ich dir vollkommenen Ablass und Vergebung aller Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Was ist die Beichte ?

Die Beichte ist das von Jesus Christus eingesetzte Sakrament, um die nach der Taufe begangenen Sünden nachzulassen.

Wann wurde das Sakrament der Beichte von Jesus Christus eingesetzt ?

Das Sakrament der Beichte wurde von Jesus Christus eingesetzt, als er den Aposteln (und in ihnen ihren Nachfolgern) sagte: "Empfangt den Heiligen Geist ! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Joh 20, 22-23)

Wer ist der Spender der Beichte ?

Spender der Beichte ist der vom Bischof ermächtigte Priester.

Wie viele und welche Dinge sind erfordert, um eine gute Beichte abzulegen ?

Um eine gute Beichte abzulegen, sind fünf Dinge erforderlich:

1. Gewissenserforschung; 2. Reue über die Sünden; 3. Guter Vorsatz; 4. Sündenbekenntnis; 5. Buße

Wie macht man die Gewissenserforschung ?

Die Gewissenserforschung geschieht dadurch, dass man sich nach vorherigem andächtigem Gebet (besonders zum Heiligen Geist) die Sünden seit der letzten gültig abgelegten Beichte in Erinnerung ruft, die man in Gedanken, Worten und Werken, durch Unterlassung gegen die Gebote Gottes, gegen die Vorschriften der Kirche und gegen die Pflichten des eigenen Standes begangen hat.

Was ist die Reue ?

Die Reue ist jenes Missfallen an den begangenen Sünden und jene Abscheu vor ihnen, die bewirken, dass wir uns vornehmen, nicht mehr zu sündigen. Es gibt zwei Arten von Reue: die vollkommene Reue oder Liebesreue und die unvollkommene oder Furchtreue.

Was ist der gute Vorsatz ?

Der gute Vorsatz ist der entschlossene Wille, niemals mehr zu sündigen und die Gelegenheit dazu zu meiden.

Was ist das Sündenbekenntnis ?

Das Sündenbekenntnis ist die dem Priester gegenüber gemachte Offenbarung der Sünden, um von ihnen losgesprochen zu werden. Wir sind verpflichtet, uns aller noch nicht oder schlecht gebeichteten Todsünden anzuklagen. Es empfiehlt sich jedoch, auch die lässlichen Sünden zu beichten.

Was ist die Genugtuung oder die sakramentale Buße ?

Die Genugtuung oder die sakramentale Buße ist das vom Beichtvater zur Strafe, zur Zurechtweisung und zur Sühnung der durch die Sünde verdienten zeitlichen Strafe den Sündern auferlegte gute Werk.

Wie lautet die Lossprechungsformel des Priesters bei der Beichte ?

"Gott, der barmherzige Vater hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Welchen Sinn haben die Bußandachten ?

Die Bußandachten sollen den Gläubigen helfen, ihr Gewissen besser zu erforschen und haben den Sinn, auf das Beichtsakrament vorzubereiten. Wenn sie, wie mancherorts der Fall, dazu führen, dass die Menschen nicht mehr beichten, haben sie ihren eigentlichen Sinn verfehlt.

Papst Johannes Paul II. am 17. November 1980 in Fulda:

"Zusammen mit mir werdet ihr jedoch mit schmerzlicher Sorge feststellen, dass der persönliche Empfang des Bußsakramentes in euren Gemeinden während der letzten Jahre sehr stark zurückgegangen ist. (...) Ich bin überzeugt, dass ein Aufschwung des sittlichen Bewusstseins und christlichen Lebens eng, ja unlöslich an eine Bedingung gebunden ist: an die Belebung der persönlichen Beichte."

Was bedeutet der Ausdruck "Eucharistie" ?

Der Ausdruck "Eucharistie" kommt aus der griechischen Sprache und hat zwei Bedeutungen: erstens"gute Gabe" ("eu charis"), damit wird auf den Leib und das Blut Christi hingewiesen; zweitens "Dank sagen" ("eucharistein"), damit wird auf das Opfer Jesu Christi hingewiesen, für das der Priester und die Gläubigen dem himmlischen Vater danken.

Was ist die heilige Eucharistie ?

Die heilige Eucharistie ist das Sakrament, das unter den Gestalten von Brot und Wein wahrhaft den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Jesu Christi zur Nahrung der Seelen enthält.

Wann und wie hat Jesus Christus die heilige Eucharistie eingesetzt ?

Jesus Christus hat die heilige Eucharistie als Sakrament eingesetzt, nachdem er mit den 12 Aposteln das Letzte Abendmahl gehalten hat. Mit den Worten "Tut dies zu meinem Gedächtnis" trug er den Aposteln auf, in Zukunft regelmäßig die Eucharistie zu feiern (vgl. 1 Kor 11, 23ff.).

Was geschieht in jeder Eucharistiefeier?

In jeder Eucharistiefeier wird das Kreuzesopfer Jesu Christi auf unblutige Weise gegenwärtig. Wenn der Priester die Wandlungsworte über Brot und Wein spricht, wird das Brot in den Leib Christi und der Wein in das Blut Christi verwandelt.

Welcher Unterschied besteht zwischen dem Kreuzesopfer und dem heiligen Messopfer ?

Das Kreuzesopfer Jesu Christi war blutig. Das heilige Messopfer ist unblutig, Jesus Christus opfert sich auf geheimnisvolle Weise durch den Dienst des Priesters, wendet uns aber die Verdienste des Kreuzesopfers zu.

Warum wird das heilige Messopfer Gott dargebracht ?

Das heilige Messopfer wird Gott dargebracht, um ihm die höchste Anbetung zu erweisen, ihm für seine Wohltaten zu danken, ihm Sühne zu leisten für unsere Sünden und um Gnaden zu erlangen zum Wohl der Lebenden und Verstorbenen. Die heilige Messe beinhaltet somit ein Lob-, Dank-, Sühn- und Bittopfer.

Was bewirkt die heilige Kommunion in dem Menschen, der sie würdig empfängt ?

In dem Menschen, der die heilige Kommunion würdig empfängt, geschieht die innigste Vereinigung mit Jesus Christus. Die Eucharistie erhält und vermehrt die Gnade, die das Leben der Seele ist, wie es die Speise für das Leben des Leibes tut. Sie vertieft in uns die Liebe zu Gott und zum Nächsten. Sie schwächt unsere Leidenschaften und löscht in uns besonders die Flamme der Begierlichkeit. Sie gibt geistigen Trost und ist uns ein Unterpfand (= Beweis, Garantie, Sicherheit) der himmlischen Seligkeit und der künftigen Auferstehung des Leibes.

Was ist notwendig, um würdig zu kommunizieren ?

Um die heilige Kommunion würdig zu empfangen sind drei Dinge erforderlich: erstens der Stand der heiligmachenden Gnade (durch regelmäßige bzw. vorherige Beichte), zweitens das lebendige Bewusstsein dessen, was man empfangen möchte und drittens die Nüchternheit (wenigstens eine Stunde vor Kommunionempfang nichts mehr essen und trinken, mit Ausnahme von Wasser oder notwendiger Arznei).

Wer empfängt die heilige Kommunion unwürdig ?

Wer in der Todsünde lebt und trotzdem die heilige Kommunion empfängt, macht sich des Gottesraubes schuldig und zieht sich das Gericht zu. "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn. Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken." (1 Kor 11, 27-28)

Worin besteht die Danksagung nach dem Kommunionempfang ?

Die Danksagung nach dem Kommunionempfang besteht darin, dass wir gesammelt den Herrn in unserem Innern verehren, indem wir den Glauben, die Hoffnung, die Liebe, die Anbetung, unseren Dank und unsere Aufopferung erneuern. Weiterhin können wir um jene Gnaden bitten, die für uns und jene, für die wir zu beten verpflichtet sind, am notwendigsten sind.

Was ist die heilige Firmung ?

Die heilige Firmung ist ein wahres von Jesus Christus eingesetztes Sakrament.

Wie hat Jesus Christus das Firmsakrament eingesetzt ?

Nach der Lehre der Kirche, wie sie sich aus der Heiligen Überlieferung und der Heiligen Schrift ergibt, hat Jesus Christus das Firmsakrament, wie alle anderen Sakramente, unmittelbar und persönlich eingesetzt. Er trug den Aposteln auf, zu den Getauften zu gehen, für sie zu beten und ihnen die Hände aufzulegen, damit sie den Heiligen Geist empfingen.

War die heilige Firmung schon im Alten Testament vorgebildet ?

Die Propheten des Alten Bundes haben die Ausgießung des Heiligen Geistes als Kennzeichen der messianischen Zeit vorausgesagt. Beim Propheten Ezechiel heißt es: "Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch (...) und bewirke, dass ihr meinen Gesetzten folgt und auf meine Gebote achtet und sie erfüllt" (Ez 36, 26-27).

Was sagt das Neue Testament über die heilige Firmung ?

An zahlreichen Stellen im Neuen Testament ist vom Heiligen Geist die Rede. Jesus Christus hat den Aposteln den Heiligen Geist versprochen, indem er sagte: "Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen" (Joh 15, 26). Am Pfingsttag sandte er ihnen den verheißenen Beistand, und alle "wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt" (Apg 2, 4). Ein Hinweis auf die Firmung findet sich unter anderem in der Apostelgeschichte, dort heißt es: "Paulus legte ihnen die Hände auf, und der Heilige Geist kam auf sie herab" (Apg 19, 6).

Was geschieht in der heiligen Firmung ?

In der Firmung (lateinisch: "Stärkung") stärkt uns Jesus Christus mit den Gaben des Heiligen Geistes zum mutigen Glaubenszeugnis. Die Firmung ist einer der drei Schritte (Taufe, Firmung, Eucharistie) auf dem Weg zur vollen Eingliederung in die Kirche. Die Firmung prägt wie die Taufe und das Weihesakrament ein unauslöschliches Merkmal ein und kann nur einmal im Leben empfangen werden. Solche Prägemale sind Zeichen besonderer Christusverbindung und Christusähnlichkeit.

Wie heißen die Gaben des Heiligen Geistes ?

Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht.

Ist die Firmung heilsnotwendig ?

Sie ist nicht heilsnotwendig, aber sehr nützlich und hilfreich auf unserem Weg zum ewigen Heil.

Warum ist die Firmung sehr nützlich ?

Die Stärkung mit den Gaben des Heiligen Geistes hilft uns, dem Urheber und den Verlockungen der Sünde besser widerstehen zu können. Dadurch können wir Gott und unserem heiligen Glauben treu bleiben und ihn gegebenenfalls standhaft bekennen.

Welches ist das äußere Zeichen der Firmung ?

Das äußere Zeichen besteht in: Gebet, Handauflegung, Salbung mit Chrisam, Besiegelung mit dem Kreuz und den Worten: "Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist."

Wer ist der Spender der Firmung ?

Ordentlicher Spender des Firmsakramentes ist der Bischof, außerordentlicher Spender ist der vom Bischof bevollmächtigte Priester. Im Notfall (Lebensgefahr) darf jeder Priester die Firmung spenden.

Welche Voraussetzung ist für den würdigen Empfang des Firmsakramentes erforderlich ?

Um die hl. Firmung würdig zu empfangen, muss man im Stande der Gnade sein, die Grundlehren unseres heiligen Glaubens kennen und sich dem Sakrament mit Andacht und Ehrfurcht nähern.

Welche Voraussetzungen muss der Firmpate haben ?

Damit der Firmpate mit Wort und Beispiel dem Firmling den Weg zum ewigen Heil zeigen und ihn im geistigen Kampf unterstützen kann, muss er wenigstens 16 Jahre alt, katholisch, gefirmt sein und ein Leben führen, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht.

Was ist die heilige Taufe ?

Die heilige Taufe ist ein wahres, von Jesus Christus eingesetztes Sakrament.

Zu welchen Zeitpunkt hat Jesus Christus die heilige Taufe als Sakrament eingesetzt ?

Der heilige Bischof und Kirchenlehrer Bonaventura geht davon aus, dass die Materie der Taufe eingesetzt wurde, als Jesus Christus im Jordan mit Wasser getauft wurde. Die Form legte er nach seiner Auferstehung fest, als er den Aposteln den Sendungsauftrag gab, zu allen Völkern zu gehen und die Menschen zu taufen im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

War die heilige Taufe schon im Alten Testament vorgebildet ?

Nach der Lehre der Apostel und der Kirchenväter gibt es im Alten Testament Vorbilder und Hinweise für die Taufe: Das Schweben des Geistes Gottes über den Urwassern (Gen 1,2), die Sintflut (Gen 6-9), die Beschneidung (Gen 17, 1-14), der Durchzug durch das Rote Meer (Ex 13,17 - 14,31) und durch den Jordan (Jos 3, 1-17) oder das siebenmalige Bad Naamans des Syrers im Jordan (2 Kön 5, 1-27). Einen Hinweis findet man auch beim Propheten Ezechiel: "Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch von aller Unreinheit (...). Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch (...)" (Ez 36, 25-26).

Was sagt das Neue Testament über die heilige Taufe ?

Die Evangelien berichten von der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan (Mt 3, 13-17; Mk 1, 9-11; Lk 3, 21-22). Im Gespräch mit Nikodemus sagt Jesus: "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen" (Joh 3, 5). Die Apostel tauften schon zu Lebzeiten Jesu viele Menschen (vgl. Joh 4, 1-2), nach seiner Auferstehung erhielten sie den Auftrag: "Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes (...)" (Mt 28, 19). Am Pfingsttag trat Petrus auf und sagte: "Kehrt um, und jeder lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden, dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" (Apg 2,38).

Was geschieht in der heiligen Taufe ?

In der Taufe wird uns die heiligmachende Gnade geschenkt, die uns befähigt, heilig zu werden. Ferner werden wir zu Kindern Gottes, zu Brüdern und Schwestern Jesus Christi und zu Gliedern der einen und einzigen wahren Kirche Jesu Christi, die in der katholischen Kirche verwirklicht ist. Mit der Taufe werden wir von der Erbschuld Adams, die im Kern ein Zustand der Gottferne ist, befreit. Wird jemand erst in späteren Jahren getauft wird, werden ihm auch mögliche Sünden und Sündenstrafen vergeben.

Ist die Taufe heilsnotwendig ?

Die Taufe ist seit Inkraftsetzung des Evangeliums für alle Menschen zum ewigen Heil notwendig.

Kann die Wassertaufe im Notfall ersetzt werden ?

Die Wassertaufe kann nach der Lehre der Kirchenväter im Notfall durch die Begierdetaufe und die Bluttaufe ersetzt werden. Die Begierdetaufe ist das mit vollkommener Reue verbundene ausdrückliche oder eingeschlossene Verlangen nach der sakramentalen Taufe. Die Bluttaufe ist das Martyrium eines Ungetauften um des Bekenntnisses des christlichen Glaubens oder um der Übung der christlichen Tugend willen.

Was geschieht mit Menschen, die nicht getauft sind ?

Das 2. allgemeine Konzil von Lyon (1274) und das Konzil von Florenz (1438-1445) erklärten: "Die Seelen, die im Stande der Erbsünde aus dem Leben scheiden, sind von der beseligenden Anschauung Gottes ausgeschlossen." Dieses Dogma stützt sich auf das Wort des Herrn: "Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen" (Joh 3,5). Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bekräftigt diese Glaubenswahrheit (vgl. AG 7) und ergänzt: "wer das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluss der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen" (LG 16). Bei diesem "ewigen Heil" handelt es sich allerdings - wie der hl. Thomas von Aquin lehrt - um einen Zustand natürlicher Glückseligkeit, nicht jedoch um die beseligende Anschauung Gottes.