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Apostolisches Glaubensbekenntnis – 10. Glaubenssatz

Wie heißt der zehnte Satz des Apostolischen Glaubensbekenntnisses ?

"Ich glaube an die Vergebung der Sünden."

Worin besteht der Kern dieser Glaubenswahrheit ?

Im zehnten Glaubenssatz bekennen wir, dass Gott seiner Kirche die Gewalt verliehen hat, Sünden nachzulassen. In seiner unermesslichen Barmherzigkeit streckt Gott dem reumütigen Sünder seine Hand entgegen, verzeiht ihm und richtet ihn auf. "Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen, sondern daran, dass er auf seinem Weg umkehrt und am Leben bleibt." (Ez 33,11)

Was heißt "Vergebung der Sünden" ?

"Vergebung der Sünden" heißt: In der katholischen Kirche können uns im Namen Gottes alle Sünden und Sündenstrafen nachgelassen werden. Der Prophet Jesaja versprach dem Volk Gottes Verzeihung und Erbarmen: "Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle." (Jes 1,18) Dieses trostreiche Versprechen ist im Neuen Bund volle Wahrheit geworden in der Kirche Jesu Christi.

Warum können in der katholischen Kirche alle Sünden u. Sündenstrafen nachgelassen werden ?

In der katholischen Kirche können alle Sünden und Sündenstrafen nachgelassen werden, weil Jesus Christus ihr die Vollmacht gegeben hat. Die Apostel bekamen die Gewalt zu binden und zu lösen. Jesus Christus sprach: "Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein." (Mt 18,18) Am Osterabend gab er ihnen ausdrücklich die Gewalt der Sündenvergebung mit den Worten: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert." (Joh 20,23)

Wodurch werden die Sünden nachgelassen ?

Die Sünden werden nachgelassen besonders durch die Sakramente der Taufe und der Buße. Auch bei der Krankensalbung werden Sünden nachgelassen, besonders, wenn der Kranke nicht mehr beichten kann. Er muss aber seine Sünden bereuen.

Was ist die Reue ?

Die Reue ist jenes Missfallen an den begangenen Sünden und jene Abscheu vor ihnen, die bewirken, dass wir uns vornehmen, nicht mehr zu sündigen. Es gibt zwei Arten von Reue: die vollkommene Reue oder Liebesreue und die unvollkommene oder Furchtreue.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen der vollkommenen Reue und dem Bußsakrament ?

Die vollkommene Reue verleiht dem Todsünder die Rechtfertigungsgnade schon vor dem aktuellen Empfang des Bußsakramentes. Die vollkommene Reue bewirkt die außersakramentale Rechtfertigung jedoch nur, wenn sie mit dem Verlangen nach dem Sakrament verbunden ist.

Genügt die unvollkommene Reue zur Sündenvergebung im Bußsakrament ?

Die aus dem Furchtmotiv hervorgehende Reue ist ein sittlich guter und übernatürlicher Akt. Die unvollkommene Reue genügt zur Sündenvergebung im Bußsakrament.

Kann das Bußsakrament abgeschafft werden ?

Das Bußsakrament ist ein von Jesus Christus eingesetztes Sakrament und kann von niemandem abgeschafft werden. Das sakramentale Sündenbekenntnis ist kraft göttlichen Rechtes angeordnet und bei schweren Sünden zum Heile notwendig, bei leichten Sünden nützlich.

Welche Sünden unterliegen kraft göttlicher Anordnung in jedem Fall der Beichtpflicht ?

Der Beichtpflicht unterliegen alle schweren Sünden nach Art, Zahl und Umständen.

Werden mit der Sündenschuld auch alle Sündenstrafen nachgelassen ?

Mit der Sündenschuld und der ewigen Sündenstrafe werden von Gott nicht immer alle zeitlichen Sündenstrafen nachgelassen. Der Priester hat das Recht und die Pflicht, je nach Beschaffenheit der Sünden und der Fähigkeit des Pönitenten, heilsame und entsprechenden Genugtuungswerke aufzuerlegen. Auch freiwillige Bußübungen und das geduldige Ertragen göttlicher Heimsuchungen besitzen genugtuenden Wert.

Welches ist die Hauptwirkung des Bußsakramentes ?

Die priesterliche Absolution in Verbindung mit den Akten des Pönitenten bewirkt die Sündenvergebung und versöhnt somit den Sünder wieder mit Gott. Die durch schwere Sünde ertöteten, d.h. unwirksam gemachten, guten Werke leben wieder auf.