März
Die
Fastenzeit
Die 40-tägige Fastenzeit
dient als Vorbereitungszeit auf Ostern, das höchste Fest der Christenheit und
den Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch. Das
Aschenkreuz ist ein Sinnbild der Vergänglichkeit, der Umkehr und der Buße. Bei
der Austeilung spricht der Priester: "Bedenke Mensch, dass du Staub bist
und wieder zum Staub zurückkehren wirst", oder: "Bekehret euch und
glaubt an das Evangelium !"
Hl. Perpetua
und Hl. Felicitas (7. März)
In der Christenverfolgung
des Kaisers Septimus Severus wurden die vornehme Römerin Perpetua und die
Sklavin Felicitas am 7. März 203 den wilden Tieren vorgeworfen und anschließend
mit dem Dolch getötet. Beide waren junge Mütter und erst neu getauft. Sie
werden im römischen Hochgebet genannt.
Hl.
Franziska von Rom (9. März)
Sie war Ordensgründerin
und Mystikerin. Obwohl sie bereits mit 11 Jahren Ordensfrau werden wollte, wurde
sie von ihren Eltern verheiratet, lebte 40 Jahre in der Ehe und war Mutter von
sechs Kindern. Nach dem Tod ihres Mannes, mit dem sie die letzten 12 Jahre in
Enthaltsamkeit gelebt hatte, wurde sie Oberin der bereits 1425 gegründeten
Ordensgemeinschaft. Mystisch hoch begnadet, hatte sie ständigen geistigen
Kontakt mit ihrem Schutzengel. Sie war eine außergewöhnliche Persönlichkeit
und Mittelpunkt von Hilfe- und Ratsuchenden.
Hl. Mathilde
(14. März)
Sie lebte von 895 bis 968
und war die Ehefrau Heinrichs I., Mutter Kaiser Ottos I. und des Erzbischofs
Bruno von Köln, dazu von weiteren drei Kindern. Nach dem Tod ihres Mannes
widmete sie sich den Werken der Nächstenliebe, der Sorge für Arme und Kranke,
baute Kirchen und gründete Klöster.
Hl. Gertrud
von Nivelles (17. März)
Sie lebte in Belgien von 626 bis 659, entstammte dem Geschlecht Karls des Großen. Sie wurde Benediktinerin, später Äbtissin und ragte durch ihre Nächstenliebe und ihre Kenntnisse der Heiligen Schrift hervor. Sie förderte die Bildung in ihrem Kloster.
April
Die Karwoche
Die Karwoche (lateinisch:
kara = Trauer) beginnt mit dem Palmsonntag (Palmzweige sind Zeichen des Sieges).
Beim Einzug Jesu in Jerusalem riefen die Volksmassen: "Hosanna dem Sohne
Davids", am Karfreitag hieß es in der gleichen Stadt: "Kreuzige ihn
!"
Die
Osterzeit
Mit dem Osterfest feiert die Kirche den Triumph Jesu Christi über Grab und Tod, die Auferstehung des Leibes. In diese Zeit fällt auch das Hochfest Christi Himmelfahrt, das an die glorreiche Heimkehr Jesu zum Vater erinnert. Mit Pfingsten endet der Osterfestkreis. Jesus Christus lässt seine Kirche nicht alleine, der Vater und er senden ihr den verheißenen Beistand und Tröster, den Heiligen Geist.
Hl.
Katharina von Siena (29. April)
Katharina wurde um 1347 in Siena als Tochter eines Wollfärbers geboren und trat mit 18 Jahren bei den Bußschwestern vom hl. Dominikus ein. Im Pestjahr 1374 erkrankte sie selbst bei der Pflege von Pestkranken. Durch ihr staatsmännisches Talent konnte sie viele Streitigkeiten und Feindschaften beilegen. Besonders setzte sie sich ein für die Rückkehr des Papstes von Avignon nach Rom. Sie betete, litt und sorgte sich um die Einheit und Reform der Kirche. Sie verehrte besonders das kostbare Blut des Herrn. Sie starb am 29. April 1380 in Rom. Papst Johannes Paul II. hat sie 1999 zu einer Mitpatronin Europas erwählt.
August
Weihetag der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom (5. August)
Die Kirche Santa Maria Maggiore in Rom ist die bedeutendste Marienkirche des Abendlandes. Der frühere Name des heutigen Gedenktages war "Maria Schnee" und erinnerte an die Überlieferung von einem wunderbaren Schneefall im August, durch den Maria angezeigt habe, wo man die Kirche bauen soll. Die Basilika wurde unter Papst Liberius (352-366) gebaut, unter Papst Sixtus III. (432-440) restauriert und der Mutter Gottes geweiht, zur Erinnerung an das Konzil von Ephesus (431), auf dem der Titel "Gottesmutter" für Maria ausdrücklich bestätigt wurde.
Das Fest der Verklärung des Herrn (6. August)
Am 6. August feiert die Kirche das Fest der Verklärung des Herrn auf dem Berge Tabor. Mit ihm waren auf dem Berg: Petrus, Johannes und Jakobus, die miterlebten, wie der Herr verklärt wurde und mit Mose und Elija redete. Sie hörten eine Stimme aus der Wolke, die sagte: "Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören" (Mt 17,5). Dieses Fest soll unseren Blick lenken auf die Herrlichkeit, der wir entgegengehen, wenn wir dem Herrn glauben und aus diesem Glauben leben. Zum Dank für den Sieg über die Türken bei Belgrad wurde dieses Fest 1457 von Papst Kallistus III. für die gesamte Kirche vorgeschrieben.
Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel (15. August)
"Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, daß die unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde." Mit diesem Dogma hat Papst Pius XII. am 1. November 1950 eine alte Glaubensüberzeugung der Kirche endgültig bestätigt. Weil die Jungfrau Maria ohne Erbsünde war und ganz rein und heilig lebte, war ihr Körper von der Verwesung ausgenommen. Was an ihr, der Ersterlösten, schon geschehen ist, das kann auch an uns einmal Wirklichkeit werden, daß wir mit Leib und Seele ewig bei Gott sein werden. Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel kam bald nach dem Konzil von Ephesus (431) auf und wurde schon seit dem 7. Jahrhundert gefeiert. Von Kaiser Mauritius (582-602) wurde der 15. August als staatlicher Feiertag anerkannt. Am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel ist es seit dem 9. Jahrhundert auch üblich Kräuter zu segnen. Manches, was heutzutage als neu und modern vermarktet wird, hat die Kirche schon vor mehr als tausend Jahren gekannt. Weil gerade in unserer Zeit der Sinn für die heilenden Kräfte der Natur neu erwacht, ist es angebracht, den alten kirchlichen Brauch der Kräuterweihe wertzuschätzen, beizubehalten bzw. wiederzubeleben. Denn uns Menschen muß auch wieder bewußt werden, daß die Natur ihre Kräfte nicht aus sich selbst hat, sondern aus dem, was ihr Schöpfer in sie hineingelegt hat. Die verschiedenen Heil- und Gewürzkräuter, die zu Sträußen gebunden werden, sind u.a.: Kamille, Ringelblume, Schafgarbe, Salbei, Minze, Melisse, Hagebutte, Rosmarin, Lavendel, Kümmel, Fenchel, Estragon, Baldrian, Wermut, Weinraute und Beifuß. Eine Rose zur Ehre der Gottesmutter könnte in der Mitte des Kräuterstraußes sein. Die im Festhochamt gesegneten Kräuter können an diesem Tag den Tisch zieren und ihren Duft verströmen. Sie sollten sodann getrocknet werden (umgekehrt aufhängen!), können einen schönen Platz in der Wohnung erhalten und an die Sorge und Verantwortung für die Natur erinnern, aber auch als Gewürze, Tees, Salben oder Aufgüsse Verwendung finden.
September
Hl. Hildegard von Bingen (17.9.)
Im Jahr 1098 als zehntes Kind in Bermersheim (nördlich von Alzey) geboren, wurde das schwächliche, aber lebhafte und fröhliche Kind zur Erziehung zu Jutta von Spanheim auf den nahegelegenen Disibodenberg gebracht. Nach deren Tod wurde Hildegard ihre Nachfolgerin und gründete später ein Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen und ein weiteres in Eibingen bei Rüdesheim. Ihre Reisen und Briefe zeigen sie als Ratgeberin von Päpsten, Bischöfen, Fürsten, aber auch von einfachen und armen Leuten. Offenheit für Fragen und Nöte der Welt und eine tiefe Gottverbundenheit waren für sie keine Gegensätze. Neben ihren Gnaden als Mystikerin besaß sie erstaunliche Kenntnisse in der Medizin und den Naturwissenschaften. Durch visionäre Schau erhielt sie detaillierte Informationen über die Ursachen von Krankheiten und deren optimale Behandlung. Jahrhundertelang galt dieses Wissen als verschollen, bis es der Arzt Dr. Hertzka im 20. Jahrhundert wiederentdeckte. Der Heilpraktiker Wighard Strehlow hat Hertzkas Arbeit fortgeführt und gilt heute als der Experte für die Heilkunde der Hildegard. Im Knaur-Verlag ist von ihm ein sehr empfehlenswertes Taschenbuch erschienen unter dem Titel: Wighard Strehlow "Hildegard-Heilkunde von A-Z, Kerngesund von Kopf bis Fuß" (ISBN 3-426-77327-9, 14,90 DM).
Hl. Lioba (28.9)
Geboren um 710, aus einer vornehmen angelsächsischen Familie stammend, wurde sie Nonne im Kloster Wimborne. Bonifatius, mit dem Lioba verwandt war, bat sie um Unterstützung bei seiner Missionsarbeit auf dem Festland. Dieser bestellte sie zur ersten Äbtissin des Klosters Tauberbischofsheim. Die Zahl der Schwestern vermehrte sich rasch, und Lioba sorgte dafür, daß alle neben den Arbeiten in Haus und Handwerk auch eine gute geistige Ausbildung erhielten. Lioba war in Wissenschaften und Kunst hochgebildet, angesehen als Lehrerin und Erzieherin, von einem heiteren Charakter. Sie starb am 28. September um 782 und wurde in Fulda neben Bonifatius beigesetzt. Rabanus Maurus brachte ihre Gebeine 838 in die Krypta der Kirche auf dem Petersberg, wohin im Jahr 1995 auch ihr Haupt feierlich übertragen wurde.
Oktober
Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1.10.)
Theresia, geboren 1873, trat mit fünfzehn Jahren in den Karmel von Lisieux ein. Damals hatte sie bereits eine ungewöhnlich reiche religiöse Erfahrung. Sie selbst betrachtete Weihnachten 1886 als entscheidendes Ereignis in ihrem Leben: sie erfuhr die Gnade einer "völligen Umkehr" und verstand von da an die Liebe zu Christus und zu den Menschen als die eigentliche Berufung ihres Lebens. Ihr Leben im Karmel verlief äußerlich sehr einfach; ihr innerer Weg ging steil nach oben. Sie begriff, daß ihre Christusliebe sich in der Kreuzesnachfolge verwirklichen mußte. Die Heilige Schrift wurde mehr und mehr ihre einzige Lektüre. Innere Prüfungen und und körperliche Krankheiten waren ihr Alltag. Am 30. September 1897 starb sie mit den Worten: "Mein Gott, ich liebe dich." Über ihr inneres Leben sind wir durch ihre Aufzeichnungen "Geschichte einer Seele" unterrichtet. Dieses tiefgehende und beeindruckende Werk ist als Taschenbuch im Johannes-Verlag (56599 Leutesdorf am Rhein) zu beziehen.
Hl. Theresia von Avila (15.10)
Theresia wurde 1515 in Avila geboren. Mit 19 Jahren trat sie bei den Karmelitinnen von Avila ein. Nach manchen Irrwegen, Hindernissen und Krankheiten erlebte sie um 1555 Ihre große Bekehrung, als sie eines Tages das Bild des Heilands an der Geißelsäule erblickte. In dem Vorhaben, ihren Orden zur Strenge zurückzuführen, wurde sie vom heiligen Johannes vom Kreuz unterstützt. Theresia war eine außergewöhnliche Frau mit einem leidenschaftlichen Herzen und einem erstaunlichen Organisationstalent. Sie starb 1582. Papst Paul VI. hat sie 1970 zusammen mit Katharina von Siena zur Kirchenlehrerin erhoben. Folgende Worte gehen auf die heilige Theresia von Avila zurück: "Nichts soll dich verwirren, nichts dich erschrecken. Alles geht vorbei, Gott allein bleibt derselbe. Die Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts: Gott allein genügt."
Hl. Margareta Maria Alacoque (16.10.)
1647 im Burgund geboren trat sie 1671 in den Orden der Heimsuchung zu Paray-le-Monial ein. Begnadet durch mystisches Schauen Jesu, Ruhen in seinem heiligsten Herzen und Miterleben seines Leidens, erhielt sie in Visionen der Jahre 1673-75 den Auftrag, die Herz-Jesu-Verehrung an jedem ersten Freitag im Monat durch Einführung des Herz-Jesu-Festes zu fördern. Margareta Maria starb am 16. Oktober 1690 zu Paray-le-Monial und fand auch dort ihr Grab. Ihr Körper ist bis auf den heutigen Tag unverwest. Aus den Schriften der heiligen Margareta Maria Alacoque einige Verheißungen Jesu für die Verehrer seines heiligsten Herzens: